376 Briefe zu Beförderung
In den alten Schriften der ebraischen Nationz> B. waren schöne Wünsche und Entwürfe für dieZukunft gexflanzet Hoffnungen eines großen Lichts,das allen Völkern anfachen, eines Bandes der Freund-schaft, das alle Nationen umfassen sollte, einer Re-ligion, die ins Herz geschrieben, eines goldnenFriedens, an dem Alles khcilnchmen würde, glänz-ten wie eine Morgenröthe. . So bald man in diesenEntwürfen und Ahnungen den Geist des Weissagen-den, seinen Zweck und die herrschende Gesinnung derRede verkannte, als man sich an den Buchstabenhing, und die Erfüllung förmlich bestimmte; dakamen Thorheiten ans Licht; Träumereien, mit de-ren Jeder man um so weiter vom Sinn der Weis-sagung abwich, je föcmlicher man bestimmte.
Nicht anders wars im Christenthum, als manauf die sichtbare Ankunft des Herren hoffte.In allen Schwarmersckten, die das tausendjährigeReich zu Stande bringen wollten , wars nicht anders.Mit mancher neuen Philosophie, fürchte ich, istseben also. Wie nahe der Erfüllung hat man sichbei manchen Systemen geglaubt, und wie schrecklichward man betrogen l Die glänzende Höhe, die mandicht vor sich sah, rückte weiter und weiter. Dagibt der Getauschte dann alle Hoffnung auf und läßhhie Hände sinken. —
Verbreiter guter Gesinnungen, schadet ihnen,schadet euch selbst nicht durch Bezeichnung einesAeußern, Has, blos von der Zeit und von Umstan-den bestimmt werden sann! Pflanzt den Baum;er wird von selbst wachsen; Erde, Luft, Sonne