Band 
Adrastea III. Schluss der Briefe zu Beförderung der Humanität.
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Briefe zu Beförderung

Mcm sagt: „die Geschichte erzähle Begeben-heiten," und ist beinah geneigt, diese für so un-willkührlich, ja für so unerklärbac anzusehen, wieman in den dunkelsten Jahrhunderten die Naturbc-gcbenheircn nicht ansah , sondern anstaunte. Ein er-regter Krieg oder Aufruhr gilt der gemeinen Ge-schichte wie ein Ungewitter, wie ein Erdbeben; dieihn erregten, werden als Geißel der Gottheit, alSmächtige Zauberer betrachtet; und damit gnug!

Eine Geschichte dieser Art kann die klügsteoder die stupideste werden, nachdem der Sinnihres Verfassers war.

Die stupideste wird sie, wenn sie in einemsogenannt-großen und göttlichen Mann alles be-wundert, und keine seiner Unternehmungen an einRichtmaaß menschlicher Vernunft zu bringen sich er-kühnet. Manche morqenländische Geschichte vonNadir-Schah, Timur-Long, u. f. sind sogeschrieben; wir lesen eine lob - jauchzende Epopee,mit einer dürren oder abscheulichen Lhatcnreihe fröh-lich durchwehet.

Europa hat an diesem morgenländischen Ge-schmack vielen Antheil genommen, nicht etwa nurin den Zeiten der Kreuzige, sondern auch in denmeisten Lebensbeschreibungen einzelner Helden, inder Geschichte ganzer Sekten, Familien und F a-milien kriege. * Man staunt, wenn man dieAndacht und Anhänglichkeit des Schriftstellers anseinen verehrten Gegenstand wahrnimmt, und sannnichts anders sagen, als: „er hat aus dem Becherder Betäubung getrunken; Wein der Dämonen hatihm die Sinne benebelt."