Religion eine ausschließende Aufnahme gestattete; jeungerechter er allen Reformirten die öffentlichen Bedie-nungen raubte; um so größer, entschlossener, fester undanhänglicher ward die Zahl derjenigen, die sich fürCoude erklärten. Der Widerruf der Edikte rief mehrSoldaten, als die feurigste Beredsamkeit der Geistlichen,ins Feld.
Gleich unempfindlich gegen Hoffnung und Furcht,unbekümmert um die Versprechungen und Strafen, rissensie sich mit einem brennenden Eifer und jubelnder Freudeaus den Armen ihrer Weiber und Kinder los; verließenHaus und Hof, und boten sich mit einer Art Wetlftugals Streiter für die Sache der Religion an. Aus denäußersten Begcnden des Reichs zogen bewaffnete Scha-ren nach dem Mittelpunkt der Macht (Rochclle) hin.Schrecken ging vor ihnen her. Raub, Mord und Brandbezeichnete den Marsch, den sie genommen hatten. Ausden reißendsten Gegenden waren Wüsteneyen geworden;die Ruinen abgebrannter Dörfer und verwüsteter Felder,bewiesen schauerlich ihre ehemahlige Pracht, die nochimmer einen Aufenthalt von Menschen hätten vermuthenlassen können, wenn nicht die Zerstreuung und Zerstümm«lung menschlicher Körper an Höhlen wilder Thiere erin-nert hätte. - Auf die katholische Geistlichkeit warf sichihre erste und zügelloseste Wuth. Wer wird ihnen dieZahl der gemordeten Priester und Mönche, der mißhan-delten Nonnen, der eingerissenen Kirchen und der zer-störten Klöster nachrechnen?
Johann von Crussol, Baron von Acier, hatte fürseine in Languedok und Dauphin« angeworbenen fünf
und