Buch 
Heinrich der Vierte, König von Navarra und Frankreich : eine Biographie, mit Hinsicht auf unsere Zeit aus Geschichtsquellen bearbeitet : Karln von Dalberg als Opfer der dankbarsten Liebe und reinsten Verehrung geweiht
Entstehung
Seite
90
JPEG-Download
 

Ihr hoher Geist und Muth, ihre Unerschrockenheit,die sie weit über ihr Geschlecht erhob, ihre Aufopferun-gen, ihre Festigkeit und unermüdende Anstrengung ihrerKräfte für die Sache der Religion, machten den Verlustihrer durch ihren Stand erhöhten Person für die Hugo»nvttcn sehr schmerzhaft. Das Gerücht von einer Ver-giftung konnte sehr leicht von den Protestanten ausge-streuet seyn, um Coligny, dessen Erhaltung mit der Er-haltung der Hugonotten so enge verwebt war, von sei-ner Reise von Paris zurück zu schrecken. Allein Colignyließ sich durch keine noch so wahrscheinlich gemachteVorstellung über lauernde Verratherey und durch dennoch so gut gemeinten Eifer seiner Freunde nicht zurückhalten. „Ich habe," sagte er ihnen voll Vertrauenauf die Menschheit, „in der gegenwärtigen Lage der„Dinge von dem Wohlwollen des Königs mthr zu Hof-„fen, als seinen Zorn zu fürchten. Jedes Gerücht,„das den Protestanten Argwohn erweckt, rührt von„ihren eigenen Feinden, und den öffentlichen Ruhestö-„rern her, die sie zur schwarzen Undankbarkeit gegen„die Güte des Königs verleiten wollen. Verschließt„gegen solche Uebelgesinnte eure Ohren, und überlaßt„ euch und euer Vermögen der göttlichen Vorsicht!"

Als Coligny ankam, so traf er gerade den glückli-chen Zeitpunkt, wo die Erklärung des Kriegs gegenSpanien zur Rettung der Niederländischen Freyheit drin-gend ward. Der König konnte der Erfüllung seinesVersprechens nicht gut mehr ausweichen, wenn er nichtdas Zutrauen des Admirals auf einmahl vernichtenwollte; und doch konnte er sich auch nicht zu einem Krieg

ent-