89
gezwungen hätte; vorzüglich, da es Ernst schien, allenUnterschied des Glaubens auf ewig zu vergessen. Schonin den Fricdensunterhandlungen zu S. Germain warvon der Vermahlung des Prinzen Heinrichs von Bearnmit Margaretha von Valois, Karls jüngern Schwester,gesprochen worden. Allein da dieser Friede zu rasch ge-schlossen, und der Herzog von Guise, der um ihre Handbuhlte, zu tief dadurch herab gesetzt war, so konnteman diese Erklärung für nichts andres, als für ein Be-schleinigungsmittel des Friedens, oder für eine bloßeAufwallung halten; und man überließ es der Zeit, umüber die Aufrichtigkeit derselben zu entscheiden. DieLänge dieser Zeit, die an diesen Gesinnungen nichts än-derte, sondern sie noch mehr erhöhte, mußte die leisesteAhndung eines Argwohns in Coligny's Herzen ersticken,und wirklich wurde der Hochzeittag nicht nur festgesetzt,sondern sogar der Prinz von Conde der dritten Schwes-ter der Herzogin von Guise, Maria von Kleve, einereifrigen Hugonortin, angelobt.
So groß auch die Bedenklichkeiten von Seiten derKönigin von Navarra gegen diese Verheirachung ihresSohnes waren, so wußte sie der Hof doch durch erheu-chelte Aufrichtigkeit zu zerstreuen. Bey ihrer AbrufeNach Paris ging ihr der Hof im ganzen Staate bis Bloisentgegen. Auch nicht eine ihrer Bedingungen blieb uner-füllt; und so konnte man die Zubereitungen zum Ner-mahlungsfest mit der ungestörtesten Zuversicht machen.Allein die Königin hatte sich kaum einige Tage in Parisverweilt, als sie von einem Fieber weggerafft wurde. *)
Ihr
*) den Juvy i;?s.