Schandthaten begleitet, erstickt. Mit dem Jubelgelach-ter der Holle sah man verstümmelte Leichname aus denFenstern werfen, und in dem schamlosesten Anzüge überdas Pflaster schleifen. Die Thüren waren mit Haufenvon Todten und röchelnden Körpern versperrt, dieStraßen durch das rieselnde Blut und die zerstreuetcnTheile und Glieder unwegsam; die Bache und Flüsse ge.färbt.
Die Prinzessin Margaretha war jetzt fünf Tage auHeinrich vermählt. Voll banger Erwartung hatte siedie unglücksschwangere Unruhe des Hofes bey den Hoch.zeitsfeyerlichkeitcn bemerkt; aber, solch ein grenzenlosesBubenstück nur leise zu errathen, das vermochte ihrejugendliche Erfahrung nicht. Am Abend vor dem Bar.tholomaus > Tage mußte sie auf Befehl ihrer Mutterfrühzeitiger sich schlafen legen. Wehmüthig und zit.ternd nahm ihre Schwester, die Herzogin von Lothrin-gen, von ihr Abschied. Das Bett ihres Gemahls warmit einer großen Anzahl Hugenotten umgeben, die sieMit ihm gegen Anbruch des Tages verließen. Sie wollteschlafen, um die Schrecken ihres Alleinfeyns zu versehen-chen. Aber ein wildes Geheul Navarra schreckte siein der ersten Stunde aus dem Schlummer. Statt ihreserwarteten Gemahls stürzte Gaston von Leran blutigund vcrzweiflungsvoll in ihr Zimmer, von vier Schützenverfolgt, und sich fest an sie anklammernd. Beyde win.selten um Schonung, um Mitleid, und mit Mühe er.bettelte sie noch das Leben für ihren Flüchtling. Als siemit ihm in das Vorgemach ihrer Schwester trat, sowurde ein Edelmann drey Schritte von ihr mit einer
Helle.