10 Einleitung.
soldatisch verfahren zu dürfen. In ihm vereinigte sichReligionscifer mit politischer Eroberungssucht. Unterallen deutschen Völkern waren die Sachsen seine ge-fährlichsten Nachbarn. Diese zu überwinden, schienihm so lange unmöglich, so lange sie nicht mit ihrerheidnischen Religion ihre Liebe zu Waffen und Frey-heit verloren, und durch neue Verhältnisse an den Ge-nuß des Friedens gewöhnt würden. Wiederholt grifer, nicht ohne Aufhetzung der Getstlichkeit, dieses ta-pfere Volk an, und wiederho l beangstete es ihn vonneuem durch Aufruhr und Empörung. Dreyfsig Jahrehindurch war er in beständigem Kampfe mit den Sach-sen. Er foderte weiter nichts von ihnen, als sich tau-fen zu lassen, und strafte diejenigen mit dem Tode,die sich dessen weigerten. Wenn er in Schlachten übersie siegte, so ließ er die Überwundenen, wie HeerdenViehes, in die Flüsse treiben, und mit Wasser bespren-gen, welches nach seiner Meyung hinlänglich war, siezu Christen zu machen. Ihre Priester, die Druiden,wurden auf seinen Befehl mit einer Grausamkeit, diekeine Beyspiele hat, auf den Trümern ihrer verstüm-melten Gottheiten ermordet. Aber auch alle diese Grau-samkeiten würden die Sachsen nicht bekehrt haben,wenn nicht andere Umstände, ihre Vermischung mitden Franken und ihre Auswanderungen nach den Nie-derlanden sie geschwächt, und in der Folge genöthi-gt hätten, sich unter das Joch des eroberungssüchti-gen Kaisers zu beugen
Minder bedeutend sind in Beziehung auf Religions-ausbreitung die Thaten seines Sohnes Ludwig. Zwarfehlte es ihm nicht an Eifer. Aber er hatte wederdas Genie, noch das Glück seines Vaters. Ueberhauptfehlte es auch an Bekehrungsaposteln, und Ausga»ricus, Erzbiichof von Hamburg, war so thätig nichtmehr, als Bom'fazius.
Mit weniger Grausamkeit aber erst spater breitete