Band 
Erster Band.
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54 Einleitung.

so ganz für sich allein zu Werke, daß der römische Bi-schof nie darüber zu Rathe gezogen wurde. Die fran-zösische Geistlichkeit glaubte sich allzuweit von Italienentfernt, um bey ihren politischen Verhandlungen derHülfe eines fremden Bischofes benöchigt zu seyn. Ue-bcrhaupt konnte sich auch der gallische Klerus, unge-achtet der reichen Schenkungen einiger seiner Könige,in dieser Periode nicht so leicht auf festen Fuß fetzen,indem die Regierung der Merovinger allzu kriegerisch,und das Eigenthum der Kirchen so wie der Privat-bürger beständigen Raubereyen ausgesetzt war.

Doch bot sich am Ende noch von Frankreich ausdie erste Gelegenheit dar, dem römischen Stuhl einbedeutenderes Ansehn zu verschaffen. Schon seit hun-dert Jahren hatten die Minister sich gewöhnt, unum-schränkt das fränkische Reich zu beherrschen. Die Kö-nige waren nur Schatten, und verdienten auch, ih-rer viehischen Wollust wegen, nichts bessers zu seyn.Seit Dagoberts I. Tode rissen diese Hofbedienten, dieAltares vomus hiessen, alle königliche Gewalt an sich,und die Pipine machten diese Usurpazion für ihr Haussogar erblich. Unter diesen zeichnete sich Rarl Mar-tels Sohn, s)iprn der Burze, vorzüglich aus. Eswar vom Merovingischen Königsstamme nur noch Lhil-derich III übrig, der den Absichten des herrschsüch-tigen Pipin, den königlichen Titel anzunehmen, imWege stuhnd. Er kannte den Nationalcharakter derFranken sehr gut, und wußte, daß man, um demVolke beliebt zu werden, jeder Handlung den Anstrichvon Religiösität geben mußte. Ausserdem hatte derdeutsche Apostel Boni'faz schon mehr, als zu viel, da-für gesorgt, daß man die Aussprüche des römischenBischofes weit höher, als aller übrigen Bischöfe, zu ver-ehren anfieng. Pipr'n erkundigte sich also , um das VolkLurch Heuchele,) zu täuschen, bey Pabst Zachanas,ob der, welcher die wirkliche Gewalt in Händen hq-