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Erster Band.
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Zweytes Buch. 55

he, und also den Staat und die Kirche regieren kön-ne, oder der, welcher den blossen Namen führte, Kö-nig sey? Der Pabst ersah diesen günstigen Augen-blik, einen verwegenen und alles wagenden Usurpa-tor zu gewinnen, und that den entscheidenden Spruch,daß es Pipins Pflicht sey, aus Erbarmen für dasarme Volk König zu seyn. Der Usurpator trug denzu Soissons versammelten Ständen diese päpstlicheEntscheidung bor, ließ sich als König ausrufen, sal-ben und kröne», und zwang den natürlichen Thron-folger Ehilderich, nebst allem, was vom Merovingi-schen Stamme noch übrig war, sich in die Mönchskuttezu verstecken.

Die Gelegenheit, dem römischen Bischöfe für denwichtigen Dienst, den er ihm erwies, seine Erkennt-lichkeit zu zeigen, blieb nicht lange aus- Der Königder Langobarden, Aistulph, drohte durch schnelleSiege der griechischen Herrschaft in Italien ein Endezu machen, und war bereits schon auf dem Wege,sich Rom zu unterwerfen. Bischof Stephan lll. fo-derte vergebens in öffentlichen Bittgängen die Rachedes Himmels auf. Der Feind ließ sich nicht schreken,und kam dem römischen Gebiete immer näher. In die-ser Verlegenheit eilte Stephan nach Frankreich, ver-langte von Pipin Hülfe gegen die Langobarden, undgab ihm den Titel eines römischen Patriziers. Zwey-mal eilte Pipin mit einer Armee nach Italien, undschlug zweymal die Truppen des Longobardischen Kö-niges , dem er alle seine Eroberungen entriß. Mitdiesen, nämlich 22 Städten, machte er, wie er sichin der Schenkungsurkunde ausdrückt, dem -Heil. Pe-trus, um Nachlaß seiner Sünden zu erhalten, ein Ge-schenke. Ein Usurpator , dem es so wenige Mühekostete, einen rechtmäfflgcn König vom Throne zuflössen, konnte sich freylich über alle Grenzen der Billig-keit hinwegsetzen, und Güter verschenken, die eigent-