Band 
Erster Band.
Seite
68
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68 Einleitung.

«sten ist. Der Heil. Geist ist der Vater aller auf E>2« den zerstreuten Kirchen, und die Stadt Gottes, von«welcher wir Bürger sind, ist von allen Seiten mit«dem Himmel vereinigt, und bey weitem grösser, als«die Stadt, welche durch die heiligen Propheten Ba-« bylon genennt wird, die sich rühmt, göttlichen Ur-sprungs , und dem Himmel gleich zu seyn, und die«eitel genug ist, vorzugeben, daß sie gleich Gott ewig«sey, und noch zu keinen Zeiten gefehlt habe«.

Nicht so heftig, als die Bischöfe von Röln und Trier,aber mit eben so wenigem Erfolge widersetzte sich Hmc-mar, Erzbischof von Rheims, den Gewaltthätigkei-ten des Pabstes. Es war wohl auch nicht zu erwarten,daß der Widerstand einzelner Prälaten den stolzen Hof-ton desselben hätte geschmeidiger machen können. ZumTheil waren sie selbst unter sich allzuweit von einanderin ihren Gesinnungen entfernt , und das Spiel ihrerLeidenschaften verdrängte jedes gemeinschaftliche Inte-resse , das sie unter andern Verhältnissen zur Festhal-tung ihrer bischöflichen Gerechtsame hatte aufmunternkönnen. Anderntheils aber wußten die von ihrer un-tergebenen Geistlichkeit beunruhigten Monarchen sichnicht besser zu helfen, als zum römischen Stuhl ihreZuflucht zu nehmen, der cs denn freylich bey so günsti-gen Augenblicken nie versäumte, für sich genau so vieleVortheile zu erhäschen, als der Zufall, oder ei» ge-glückter Gewaltstreich an die Hand bot. rsukolauswar auch gerade der Mann, die Uneinigkeit der Geist-lichkeit , so wie die Schwäche der Regierungen treflichzu benutzen, und er ließ die Monarchen eben so sehr,als die Klerisey, empfinden, wie tief ihre Würde un-ter der seinigen stehe. «Sehet« , schrieb er an die ge-demüthigte französische Geistlichkeit, «ob die weltlichen«Könige und Fürsten auch wirkliche Könige und Für-«sten seyen. Sehet, ob sie ein Recht haben, Fürsten,-ju seyn; wo nicht, so müssen wir sie für Tyrannen