Zweytes Buch. §7
»Thor eingetretten, so wurde dieses zugeschlossen, und»von einer Menge liederlicher Halunken umrungen,»die wider göttliche und menschliche Rechte uns alle» Bedürfnisse versagten. Hierauf wurde uns gegen alle» Gesetze mit gänzlicher Beyseitsetzung aller Dekrere und»Gewohnheiten der Kirche, ohne eine angestellte Der.»samnilung, ohne Erzbischof oder Bischof, ohne alle»Untersuchung, ohne einen Erweis durch Gründe oder„durch Zeugen, von dem nichtswürdigen Mönch»Anastasius ein übereiltes, ungerechtes und gottloses»Urtheil vorgelesen, das der ganzen christlichen Reli-gion zuwider war, und darinn deine Bruder und Mit-»knechte aufs schändlichste mißhandelt wurden. Du»hast dich hierinn als einen Strassenrauber bewiesen,»du hast andern Kirchen ihre Vorrechte genommen,» und diese dir allein zugeeignet. Du bist ein Wolf un-»ter den Schaaftn, ein Mörder der Christen, der da-»mit umgehet, das christliche Volk gerade in die Hölle»zu stürzen. Dem Scheine nach bist du zwar ein Pabst,»in der That aber ein Tyrann, nach dem äußerlichen»Ansetzn ein Hirte, im Herzen aber ein Wolf. Dein»Titel verspricht uns einen Vater, aber du beträgst dich,»als ob du ein Gott wärest. Du nennest dich einen»Knecht der Knechte, suchest aber durch alle erdenkliche» Mittel, ein Herr der Herren zu werden. Dein Ehr-» geitz stürzt dich ins Verderben, und du glaubest, daß»dir alles erlaubt sey, was dich nur immer gelüstet.»Du bist nur eine giftige Wespe unter den Christen.»Daher gehorchen wir samt unsern Amtsmitbrüdern»deinen Dekreten nicht, und wir erkenne« eben so wer»nig deine Stimme und deine Bullen, als wir deine»Donner fürchten. Wir hauen dir mit deinem eignen»Messer die Kehle ab, der du gegen das Gebot unsers»Herrn und Gottes geiferst, der du die Eintracht des»Priesterthums zerreißest, und den Frieden störest,»welcher das ewige Denkzrichen des himmlischen Für-