Zweytes Buch. 8Y
' So unwissend und abergläubisch auch immer Regen-ten und Völker in diesem Zeiträume waren, so sahendie ersten, doch ein, wie unbefugt und schändlich sichHildebrand an seinem Oberherrn vergriffen hatte. Siekonnten, wenn ein Frevel dieser Art ungeahndet gelastsen würde/ sich keine gelindere Behandlung versprechen/und waren / besonders die italienischen Fürsten/ dieohnehin schon des päbstlichen Uebermuths müde waren/äusserst über Heinrichen aufgebracht, daß er sich soschimpflich von seinem Unterthan entehren ließ, da sieihm doch hinlänglichen Beystand geleistet haben wür-de»/ die Lossprechung von. Banne auf eine ehrenhaf-tere Art/ als durch Wegwerfung des kaiserlichen Schmuc-kes/ zu erhalten. Ihr Unmuth gieng so weit, daß siean Heinrichs Stelle seinen Sohn zum Könige vonItalien wählen, und mit ihm nach Rom eilen woll-ten, um Hildcbrandcn abzusetzen. Doch war dieLangmuth, oder vielmehr die Feigheit des Kaisersvon keiner langen Dauer. Er erwachte endlich ausseiner Betäubung, und berief nach Bripen eine grosseSynode, auf welcher sich viele italienische und deut-sche Bischöfe einfanden. Hier führte er gegen den Pabstwichtige Beschwerden, nach deren Erwägung die ver-sammelten Prälaten einmühtig die Absetzung desselbenmit folgenden Worten beschlossen: "Da es bekannt ge-„ nug ist, daß dieser Bischof nicht von Gott erwählet„worden, sondern daß er sich durch leichtfertige Rän-„ke und Betrug eingedrungen, daß er alle kirchlichen„Ordnungen zerrüttet, die Regierung des christlichen„Reichs zerstöret, unsern katholischen und friedfertigen„ Kaiser mit dem Tode des Liebes und der Seele be-„ drohet, Zweytracht unter die, welche in Eintracht„gelebt, ausgestreuet, unter Freunden Feindschaft,„unter Brudern Verleumdung und Lästerung veranlasset,„ durch Aufhebung der Priesterehe diejenigen von ein-„ ander getrennck, die Gottes Ordnung enge verbuiv