98 Einleitung.
D>'e Erbitterung , mit welcher Freunde und Feindedes Bilderdienstes sich gegenseitig verfolgten, stieg aufeinen unglaublich hohen Grad. Je grösser die Wuthder Geistlichkeit gegen den Kaiser war, um so grausa-mer wußte sich dieser durch die Hinrichtung der Auf-wiegler an den Ungehorsamen zu rächen. Unter seinenNachfolgern hatten die Bilderfreunde die nämlichenSchicksale. Aber ihre Regierungen waren eben so unru-hig , und beständigen Aufruhren ausgesetzt. Jeder Gros-se des Reichs, der mit dem Monarchen unzufriedenwar, durfte sich nur für die Bilder erklären, um einenfurchtbaren Anhang unter der Geistlichkeit und demPöbel zu finden. Vor allen wurden die zahllosen Schaa-ren der Mönche den Kaisern furchtbar. Ihre Wuthwar rasend und grausam. Kaiser Vonsiaiirm Aopro-nymus ließ eine Menge Mönche hinrichten. Alleineine solche Strenge diente zu nichts, als die Empö-rungen zu vergrössern. Man verehrte die Hingerichte-ten als Märtyrer, und schalt den Kaiser einen verfluch-ten Tyrannen.
Die Kaiserinn Irene, die ihren Gemahl ermordenließ, hatte, um sich in ihrer verbrechevollen Regierungbehaupten zu können, den Schutz einer mächtigen Fak-tion nöthig. Diesen konnte sie nur von Leuten erwar-ten, die unter den vorherigen Regierungen harten Be-drückungen ausgesetzt waren. Sie hob also alle Ver-ordnungen ihrer Vorgänger auf, entsetzte die Bilder-feinde ihrer Aemter, und begünstigte, selbst durch schänd-liche Mittel, die abgöttische Verehrung der Gemähldeund Statuen. Um allen diesen Schritten mehr Ansetznund Nachdruck zu verschaffen, berief sie »ach Mcäaeine Kirchensynode, auf welchem, was unter solchenUmständen leicht voraus zu sehen war, der Bilderdienstdurch die Authoritat eines Synodalschlusses den Siegerhielt.
Aber auch diese Entscheidung konnte den Frieden in