Band 
Erster Band.
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Zweytes Buch. ror

Ubendmahle unter der Gestalt von Brod und Wein ge-messen, eben das sey, was aus Maria gebohren wor-den ? Ob Brod und Wem ihre natürlichen Bestand-theile als Brod und Wein behalten? Oder ob nachgeschehener Konsekrazion diese Bestandtheile nur nochin dem ausserlichcn Scheine von Brod und Wein be-standen ? Der Mönch behauptete das Letztere; und sei-ne Behauptung wurde, vornämlich aus dem sinnlichenGrunde die begünstigter« Meynung, weil man sichscheue« von dem Brod und Weine, der als Leib undBlut Christi genossen wurde, eben das zu sagen, wasvon allem übrigen Brod und Wein gesagt wird, die zurleiblichen Nahrung dienen, und folglich das unvermeid-liche Schicksal aller Nahrungen von solcher Art zu rwwarten haben.

Schon hieraus laßt es sich vermuthen, was für pro-fane Erörterungen eine solche Frage in einem Zeitalter,in welchem bey allen Religionshandlungen ein Gefühlder gröber» Sinne die Oberhand hatte, veranlasset ha-ben mußte. Vergebens suchten Johann Scorus, undder Mönch Rarramus, beyde sehr helldenkende Kö-pfe, eine unnatürliche Vorstellungsart durch eine ande-re, minder anstößige Erklärung zu verdrängen. Siehatten nämlich von der Sache beyläufig die gleichenBegriffe, die in der Folge über die Gegenwart Chri-sti im Heil. Abendmahle von der Lutherischen Kircheangenommen wurden. Allein ihre Meynung fand kei-nen Beyfall. Man hieß sie Sterkoranisten, nm ihnen«inen Ketzernamen anzuhängen. Die Geistlichkeit hatte«in besonderes Interesse, die Meynung des Scorusund Rarramus nicht aufkommen zu lassen, und stattderselben bey der Konsekrrerung des Brods und Weins,welche in den Apostelzeiten nur bloß zum Andenken andie letzten Handlungen des Religionsstifters von derganzen Gemeinde genossen wurden, den Begriff einesOpfers zu unterschieben, dessen Verrichtung nur einzig