ioO Einleitung.
einsichtiger, nach Licht ringender Geist Willen und Muthhatte, durch die Finsternisse zu dringen, und nach ei-nem Flammchen zu greifen, so hatte er von den Mön-chen und von den Vorurtheilen seines Zeitalters ebendas zu besorgen, was gewöhnlich jedem begegnet, dersich in den finstern Aufenthalt der Nachtvögel wagt.
Siebentes Kapitel.
Entstehung der Transsubstanziazionslehrc im neu»,
ten Jahrhundert.
Es war wohl kein Wunder, wenn in einem solchenZeitalter das Unbegreifliche der Dogmatik nach undnach versinnlichct, und eine Menge unnützer Streitfra-gen nach sinnlichen Vorstellungsarten aufgelöset wurde.So schien es einigen Theologen eine Cache von höch-ster Wichtigkeit, zu untersuchen, ob Jesus von derMaria mit geöfnetem oder verschlossenem Leibe geboh-ren worden sey? Das letztere zu behaupten däuchte denMönchen am sichersten, weil man nach ihren Begrif-fen ohne Gotteslästerung, und ohne der JungfraufchastMariens zu nahe zu tretten, nicht sagen dürfte, daßChristus so, wie jeder andere Menschensohn, zurWeltgekommen sey.
Weit mehr Auffehn erregte aber eine andere fast zuder gleichen Feit aufgeworfene Streitfrage. Bisher hak-te man Jahrhunderte schon geglaubt, daß in dem Abend-mahl der Leib und daS Blut Christi genossen wurde.In welchem Verstände aber dieses geschehe, hatte manbis auf diese Zeit noch nie untersucht. Ein solches Ge-schäfte blieb einem Jahrhunderte vorbehalten, in wel-chem alles, was auf die Religion Beziehung hatte,versinnlichet wurde. Räch dieser Weise beliebte es ei-nem französischen Mönch, pafchasius Rarberr, dirFrage auszuwerfen: Hb dasjenige, was die Christen im