Band 
Erster Band.
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Einleitung-

Zeitalters angebaut wurde. So sehr scheint es die Er-fahrung zu bestätigen, daß die schönste Epoche desGlanzes und der Macht der sichtbaren Kirche allemalmit der Schmach und Sklaverei) der unsichtbaren (derReligion-vereiniget sey!

Unstreitig wurde in diesem Zeiträume der öffentlicheGottesdienst mit einer weit grösser« Pracht, als indem vorhergehenden; gefeyert, unstreitig wurde theilsdurch eingeführtes Zeremonial, theils durch Anord-nung neuer Festtage und durch Beförderung der Wahl-fahrten und Prozessionen der Andacht des gemeinenVolks eine stets reiche Nahrung verschaffet; aberunstreitig verlor sich in dein Maasse, in welchem allediese Nebendinge gehäuft wurden, auch alles moralischeGefühl, und ein fanatischer, grobsinnlicher Aberglau-be verscheute den wahren Geist der Religion. Nochmehr aber, als durch diese Mißbrauche, wurde dieMoralität der Christen durch das Deicht-und Ablaß-wesen verdorben. Unverkennbar war die Einführungder Privatbeichte eine sehr wohlthätige Anstalt. Einkluger, einsichtsvoller Beichtvater hätte auf diesemWege ungemein viel zur Veredlung seines Beichtkin-des beytragen können. Allein bald wurden durch denLeichtsinn, mit welchem die größten Sünder, wennsie nur Geld boten, Lossprechung erhielten, alle Ge-fühle von Moralität unterdrückt. Selbst die geringenBußübungen des Fastens und Betens verloren nachund nach ihre bezweckten Wirkungen, und man stengan, aus der Ueberzeugung, daß man, um von Sün-den loszuwerden, nur Geld bieten, oder eine bestimmteAnzahl Psalter beten dürfe, nur immer roher und ge-gen das Laster unempfindlicher zu werden.

Dabey fehlte es auch an allem zweckmässigen Volksun-terrichte- Der größte Theil per Kleriker war in einemso hohen Grade unwissend, daß sie kaum Geschrie- jbenes lesen konnten. Das Bibellesen wurde ganz ver-