Drittes Buch. uz
kaum wurden jene von den Sarazenen unterjochet, alsdiese von den Barbaren mit aller Grausamkeit mißhan-delt wurden. Dornamiich mußten die Pilgrime dieWuth dieser rohen Sieger empfinden.
Unter allen Pilgrime» > welche zu dieser Zeit nachJerusalem wallten, hatte keiner einen so warmen Kopfund eine so feurige, leicht entzündbare Einbildungskraft,als der französische Einsiedler , percr von AmrensrKein Wunder also, daß er Sachen zu sehen, undWorte zu hören glaubte, die ein gesundes Augenicht zu sehen, und «in gesundes Ohr nicht zu hörenPflegt. Ihn bauchte es nämlich, Christum selbst gese-hen, und von ihm den Beruf erhalten zu haben, alleabendländische Christen zur Ausrottung der Sarazenenaufzubieten. Da es voraus zu sehen war, daß manihm auf sein blosses Wort hin nicht glauben würde,versah er sich wohlbedachtlich mit Schreiben, die ihmder Patriarch von Jerusalem mitgab, und worinndie Sklaverey, unter welcher die armen Christen seufz-ten, rührend genug geschildert wurde. Um aber alledem tiefern Eindruck zu verschaffen, war bereits schondurch verschiedene Gesandtschaften gesorgt, welche dergriechische Kaiser, dessen Besitzungen von den siegrei-chen Sarazenen bedroht wurden , von Zeit zu Zeit inden Occident schickte, um Hülfe gegen das weitereVordringen so gefährlicher Machbaren zu suchcmDurch alle diese vorläufige Begebenheiten, und vor-namlich durch die hinreissende Beredsamkeit des Ere-miten von Amiens , wurden die Gemüther des Volksin Bewegung gesetzt, und es fehlte nur noch an einerkleinen Berührung, um diese Bewegung zu einem ge-meinschaftlichen Ziele hinzuleiten. Dieses gelang demPabste Urban II. auf der Knchenversammlung zu Cler-monr im Jahre ioy;. Kaum hatte er vor versammel-tem Volke von den Drangsalen der Christen in Pala-stina, von den Grausamkeiten der Sarazenen, von der(Gcsch. d. röm. Birche. I. Bd.) H