Drittes Buch. »17
spielte der Cisterzienserabt, Bernhard von Elairvaup,die Rolle des Eremiten von Anncns. Er durchstreifteFrankreich und Deutschland, und predigte, beson-ders an den Höfen» mit einem so glücklichen Erfolge,daß sich König Ludwig Vll> und Kaiser Eonrad III.mit dem vornehmsten Adel ihrer Reiche an die Spitzevon Zoo««. Mann stellten. und die Regierung ihrerMonarchien Mönchen überliessen. Mehr als die Hälf-te ihres Heers wurde durch dre Verrälherey des grie-chischen Kaisers aufgerieben. Sie selbst geriechen öf-ters in Lebensgefahr, und mußten, nachdem der Restihres Volks bey der Belagerung der Stadt Damas-cus unter dem Schwert des Feindes fiei, mit tieferKränkung wieder nach Europa zurückkehren. Verge-bens schrieb der Heilige Bernhard dieses traurige Endeden Sünden der Christen, den Lastern der Kreuzfah-rer , und der Verrätherey der Griechen zu. Dieseshinderte nicht, ihn einen falschen Propheten, Lügnerund Betrüger zu schelten. Aber auch dadurch bekamendie Witwen ihre erschlagnen Männer, und die Elternihre erwürgten Kinder nicht wieder, und die unermeß-lichen Summen, die aus Frankreich und Deutschlandgeschleppt wurden, waren unwiederbringlich verloren.
Nur acht und zwanzig Jahre blieben die ChristeyHerren von Jerusalem, bey dessen abentheuerlicheuEroberung mehr Menschenblut verspritzt wurde, als inallen bisherigen Kriegen. Der siegreiche und tapfereSaladin machte der lächerlichen Herrschaft der Kreuz-fahrer in dieser Stadt ein Ende. und stuhnd im Be-griffe , ihnen auch noch ihre übrigen Besitzungen zuentreißen. Hierüber geriechen die Abendländer neuer-dings in Bewegung. Kaiser Friedrich I. zog an derSpitze einer der schönsten Armeen, die se Europa ge-sehen , und mit dem vornehmsten deutschen Adel in denOrient. Mit einer Klugheit, die keiner seiner Vorgän-ger besaß, entgieng er den Gefahren, welche ihm auf