Band 
Erster Band.
Seite
130
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Einleitung.

Weihe sich von dem Kaiser mit Ring und Stab inve-stieren lassen sollten.

Man hatte in Rom diesen Vertrag nur so langebeobachtet, als Heinrich mit seinen Soldaten in derNahe lag. Kaum entfernte er sein Kriegsherr, als so-gleich alles, was der Kaiser feststellte, umgeworfenwurde. Um es zu verhindern, daß Heinrich nichtneuerdings an dem meineidigen Römer sich rächte, ent»zündete die deutsche Klerisey, der es vor allem aus umgänzliche Unabhängigkeit und Immunität zu thun war,in Sachsen eine Empörung , zu deren Dämpfung derKaiser kaum Macht genug hatte. Dieser vertrieb zwarin einem zweyten Zuge nach Italien den Pabst, undsuchte sich in der Person des Moriz Bourdin, wel-cher den Namen Gregor VM. annahm, ein geschmei-digeres Krrchenhaupt zu wählen. Allem ehe er für sichetwas in Italien gewinnen konnte, nöthigten ihn neueEmpörungen nach Deutschland zu kommen, wo erdie hohe Klerisey in höchstem Aufruhr antraf. Manschien weit weniger einen mächtigen Pabst , als einenmächtigen Kaiser zu fürchten; und in dieser Furcht ei-ferten Klerisey und Adel in die Wette, die Schreckender Anarchie über das ganze Reich zu verbreiten. DemKaiser, dessen Ansetzn sich in einen unbedeutendenSchatten verlor, blieb am Ende, um nicht abgesetztzu werden, kein anderer Ausweg mehr offen, als sichwillig in die Arme des Pabstes zu werfen, um sich mitdem zu begnügen, was ihm gleichsam aus Gnade nochgelassen werden sollte. Die Frucht dieses Unterwerfenswar der Wormserkonkordat, durch welchen der Kaiserunendlich viel verlor, und der Pabst durch das aufSchrauben gesetzte Formular es stets in seiner Gewaltbehielt, für sich noch immer mehr zu gewinnen.

Heinrichs Nachfolger suchten zwar die immer stei-gende Macht der Päbste einzuschränken, und es fehlteweder Lochern II. noch den Kaisern aus dem Hohen-