Band 
Erster Band.
Seite
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izs Einleitung.

der Pabsie nur gelegcnheitliche und zufällige Gewaltthä-tigkeiten. Nun aber konnten sie alles, was sie gelüste-te, mit einem Schein von Recht unternehmen, da al-le vorherigen planlosen Gewaltthaten durch GraeiansDekrete in ein ordentliches System gebracht wurden.Alles schien offenbar dahin angelegt zu seyn, aus demBischöfe von Rom, der bloß durch zufällige Umstän-de, und nicht nach buchstäblichem Sinn der Schrift ei-nen Primat der Würde erhielt, den allgewaltigenMonarchen zu machen, in dessen Person sich alleMachtvollkommenheit in allen Beziehungen auf geistli-che und weltliche Gegenstände vereinigte. -Was vor-her nur guter Wille war, wurde nun Pflicht. Manhatte sonst aus Achtung oder aus Bescheidenheit nachRom appelliert. Nun aber zog man aus der ganzenChristenheit Appellazionen dahin, und man gewöhntenqch und nach die Welt daran, in der Person einesrömischen Bischofes den allgemeinen Schiedrichter derMenschen anzusehen. In diesem ungeheuern Abgrundedespotischer Machtvollkommenheit, die mit der beschei-denen Mrchenordnung der ersten Christen in einem soauffallenden Mißverhältnisse stuhnd, verloren sich nachund nach die Freyheiten der Kirche, die Rechte der Me-tropolitan«, Bischöfe und Pfarrer, und überhaupt al-les, was znr Wiederherstellung der Kirchenzucht undzur Erhaltung der Religion noch hatte dienlich seynkönnen. Es war nun nicht mehr um die Ehre desChristenthums, sondern um die Ehre des römischenStuhls zu thun; und ließ man sich ja auch zu Zeitenein Work von Religion entfallen, so diente dasselbenur dazu, durch einen schrecklichen Mißbrauch, Reli-gion mit Gewaltthätigkeiten und despotischer Machtvoll-kommenheit zu vermengen.

So hatte nun Grarians Dekretenfammlung, dieallen nachfolgenden Sammlungen zum Muster diente«und auf welcher noch jetzt in einem grossen Theile der