144 Einleitung.
wich zugedacht hatte, sehr entrüstet, und foderte vomPabste, die getrofene Wahl zu vernichten. Allein dieserantwortete dem König in den stolzesten Ausdrücken,schalt ihn einen Menschen , der Gott und der Kirchewiderstrebe, und verlangte von ihm demüthige undknechtische Unterwerfung. So weit wollte sich Johannnicht wegwerfen. Inrrozen; aber war gerade der Mann,der durch Widerstand unbezwinglicher wurde. Er nahman seinem ungehorsamen Gegner eine Rache, die neuund schrecklich war. Er belegte sein ganzes Königreichmit dem Interdikt. Aller öffentliche Gottesdienst wurdeeingestellt, alle Altare entkleidet, alle Statuen, alleBilder zu Boden geworfen, keine Glocke mehr angezo-gen, kein Sakrament mehr ausgetheilt, alle Todte nurin unheiliges Land ohne Gebet und Gesang versenkt,und die Ehen nicht anders als auf Kirchhöfen einge-segnet. Freunde durften sich nicht mehr auf offenerStrasse begrüssen, und die ganze bürgerliche Gesellschaftsollte so tief in Trauer versenkt werden, als wäre derganze Erdboden verflucht. Was für schreckliche Ein-drücke mußte ein solches Fluchgcpränge in einem Zeit-alter machen, wo alle Religion nur bloß im öffentlichenZeremonielle, in Anhörung der Messe und in Anbetungheiliger Bilder bestuhnd? Und wie verhaßt mußte inden Augen so abergläubischer Unterthanen ein Regentwerden, den der vorgebliche Statthalter Gottes nichtanders als durch ihren Seelenverlust von seinen per-sönlichen Sunden sollte reinigen können? Sechs Jahreschmachtete das Königreich unter dem Drucke dieser all-gemeinen Verfluchung; und es war kein Wunder, daßder König am Ende unter solchen Umständen aus Ver-zweiflung den Entsckfluß gefaßt hat, ein Muhamedanerzu werden. Wirklich wurden auch hierüber am Maroc-camschci» Hofe Unterhandlungen gepflogen. Allein derKaiser Miramuinclin hatte vor Prosclyten einen sostarken Abscheu, daß er es sogar dem Heil. Paulus,
des-