Drittes Buch. »45
dessen Schriften er gelesen hatte, nicht verzeihen woll-te, Christ geworden zu seyn. Er brach also von derStunde an, als er Johannes Neigung zum Muha.medaniSmus gewahr wurde, alle fernere Unterhand-lungen mit ihm ab.
Innozenz kannte die Ohnmacht des Königs, undwußte, wie verhaßt derselbe seinen Unterthanen WareDeswegen sollte auch das Interdikt nur gleichsam Vor-spiel einer noch tragischem Handlung seyn. Er ließ zweenLegaten, Pandulph und Durand, nach Englandgehen, welche den König durch Drohungen geschmeidi-ger machen sollten. Johann war wirklich geneigt, sichzu versöhnen; allein der Pabst foderte mehr, als jenergeben konnte; und da der König gegen die Legatensein Befremden über die pabstlichen Federungen äus-serte , brach Pandulph alle fernere Unterhandlungenmit den Worten ab: »Ich will euch nun sagen, wasdes Pabstes Wille sey. Er hat euch, wegen des Un-rechts, das ihr der heiligen Kirche und der Klerisei) an-gethan, mit dem Interdikt belegt und verfluchet. Undwenn ihr auf eurer Bosheit verharret, und euch nichtbessert, so sollet ihr wissen, daß von nun an das ge-sprochene Urtheil in seiner vollen Kraft bestehe. Allediejenigen, die vordem mit euch umgegangen sind, siemögen nun Grafen, Baronen oder Ritter seyn, absol-vieren wir von ihren Sünden bis auf diesen Tag. Soaber jemand, er sey wessen Standes er wolle, sicherkühnet, mit euch Umgang zu pflegen, der sey hie-mit öffentlich verfluchet. Wir absolvieren auch alleGrafen, Baronen, Ritter und alle andern Unterthanenvon ihrem Eyde, Treue und Diensten, die sie euchsonst geleistet und erwiesen haben. Ausserdem habenalle Könige, Fürsten und grosse Herzoge der Chri-stenheit bey dem Pabst um die Erlaubniß angehalten,wider euch einen Kreuzzug vorzunehmen, und den,der dem Pabst beliebig ist, zum Könige zu machen.
(Gesth. d. röm.Rirche. I. Bd.) K