Band 
Erster Band.
Seite
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isv Einleitung.

es mehr wagen, Mönche zu reißen, die eben so rach-süchtig, als stolz und schmutzig waren.

Der nämliche Despotismus, der die Universitätenunterjochte, streckte seinen schrecklichen Szepter auchüber das ganze Reich der Litteratur aus. Waren diereichern Mönchsorden schon vorhin zu träge und zuweichlich, um sich in wissenschaftlichen Bemühungenhervorzuthun, so wurden sie nun durch die Ankunfteiner neuen Horde von Mönchen, die von einem ge-meinschaftlichen Geist der Thätigkeit beherrscht wur-den, vollends muthlos gemacht. Diese bemächtigtensich aller Lehrämter; und da sich unter ihnen bald vor-zügliche Köpfe, Thomas von Aquin und Bonavcn-tura hervorthaten, so bildete sich während der gemein-samen Bemühung aller Ordensgenossen, ihren Chefsdas Ansetzn untrüglicher Orakel zu verschaffen, nachund nach ein mönchisches Lehrsystem, das nach demzufälligen Bedürfnisse der Zeit in eine erbärmliche Ka-suisterey ausartete. Dadurch wurde die ganze Gelehr-samkeit Sklavinn jener Doktoren, die sich das Ansetznseraphischer und untrüglicher Lehrer gaben ; und wiefurchtbar überhaupt ein solches Ansetzn geworden seynmüsse, läßt sich leicht daraus schliesset,, daß diese Dok-toren gemeiniglich mit dem Geiste ihres Ordens auchden Fanatismus und die Grobheit desselben auf dieLehrstühle mitbrachten.

Weit schrecklicher, als alle diese Folgen, war dieJnquisizion, die beynahe gleichzeitig mit dem Domi-nikanerorden in die Welt eingeführt wurde. Zwar hatman die christliche Religion seit Lonstanri'ns Zeitenim Allgemeinen fast nur mit Feuer und Schwerst ein-geführt ; zwar waren alle grossen Völkcrbekehrungenweiter nichts, als gewaltsame Unterjochungen, oderzufällige Staatsrevoluzionen, und selten oder nie dieWirkung lebhafter Ueberzeugungen von der Güte die-ser Religion. Allein daran dachten diejenigen nicht,