Band 
Erster Band.
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154
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154 Einleitung.

Jahrhundert unter der Regierung des Pabsts Boni-faz Vlll. eines Mannes, der noch gewaltthätiger, alsdie gewaltthatigsten seiner Vorgänger, aber mehr Sklavseiner unbändigen Leidenschaften, als planmäßiger Poelitiker war. Ohne so schlau, als Hildebrand undJnnozenz III zu seyn, wollte er sie an Grösse über-treffen; und ohne seine Kräfte zu prüfen, griff er zugleicher Zeit alle regierende Mächte in Europa an.Seine Tollkühnheit gieng so weit, daß er einst, alses ihm nicht gelang, die auf Albert von Oesterreichgefallene Kaiserwahl zu vernichten, im Zorne mit demSchweröl umgürtet, und als General einer Armee ge-panzert , mitten unter das römische Volk trat, und esversicherte, daß er als römischer Pabst zugleich Kai-ser und römischer König sey. Bey Gelegenheit desmit dem vierzehnten Jahrhundert eingekrettenen Jubi-läums zeigte er sich den unzählbaren noch Rom eilen-de Schaaren der Pilgrime am ersten Lage in päbstli-cher, und am zweyten in kaiserlicher Kleidung mitSchtvcrdt und Reichsapfel.

Durch diesen mehr kindischen als politischen Stolzzog sich der Pabst die empfindlichsten Demüthigungenzu. Gleich bey seinem Regierungsantritte verwickelteer sich mit Philipp dem Schönen von Frankreich ineine Fehde, die für ihn und alle seine Nachfolger dietraurigsten Folgen hatte. Philipp wollte , um seineerschöpften Finanzen zu verbessern, seinen Klerus besteu-ern, und verhinderte durch königliche Edickte alle Geld-ausfuhr nach Italien. Lonifaz fand ein solches Un-ternehmen verfluchenswürdig, berief sich aufKirchenim-munität, und verbot in einer Bulle die Besteuerungder Geistlichkeit. Der junge Monarch achtete des päbst-lichen Verbotes nicht, und verwahrte sich durch meh-rere königliche Edickte gegen die Anmaassungen desPabstes. Dieser wurde durch die Standhaftigkcit desKöniges nur immer gerechter, und ließ ihn durch den Bi-