Drittes Buch. iss
schof von painiers mit Interdikt und Kirchenbannbedrohen. Der Bischof benahm sich in der Unterre-dung mit dem König so übermüthig und trozend , daßihn dieser in Verhaft nehmen ließ. Eine solche Ver-greiftmg an einem Bischöfe schien dem Pachte ein soungeheures Verbrechen, daß er nicht genug Bullen zuhaben glaubte, um den Urheber eines so schrecklichenAttentats zu strafen. »Ich bin, sagte er in allen sei-nen hierüber erlassenen Bullen, Oberhcrr über dasGeistliche und Weltliche aller Königreiche; und weranders glaubt, ist ein Kezer». Philipp antwortetedem Pabst: »Wisset, daß ich in Ansehung meiner welt-lichen Herrschaft keines Menschen Unterthan bin, unddaß derjenige, welcher etwas anders glaubt, ein Narrund Wahnsinniger ist». Der König ließ es aber nichtbey solchem bittern Spotte bewenden. Er versammel-te im Jahre izo2. ein grosses Parlament zu Paris,um durch dasselbe die Aufführung des Pabstes unter-suchen zu lassen. Das einstimmige Urtheil fiel sehr un-günstig für Bonifa; aus. »Wir sind bereitet, hieß esin dem Arret, eher unser Gut und Blut aufzuo-pfern, als die Anmaassungen des Pabstes zu dulden,wenn auch gleich der König sie dulden ober verheimli-chen wollte ». Nach diesem Endurtheile wurde diepäbstliche Bulle Luloulcs kill im ganzen Königreichedurch die Hand des Henkers zerrissen und ins Feuergeworfen.
Es war vorauszusehen, daß Bonifazens Stolzdurch eine solche Behandlung äusserst gekränkt wurde.Sein Zorn kannte von dieser Zeit an keine Grenzenmehr, und er verschmähte die niederträchtigsten Mittelnicht, seine gereihte Rache zu befriedigen. Er ver-hetzte rebellische Unterthanen gegen den Monarchen,federte alle europäischen Machte auf, Frankreich mitWaffengewalt der päbstlichen Obermacht zu unterwer-fen, verfluchte den König bis in das vierte Glied sei-