Band 
Erster Band.
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176
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176 Einleitung.

Kirche zu Hülfe gekommen sey. Aber Drohungen mach-ten eben so wenig, als Versprechungen, einen Eindruckauf Lurhcru.

Es war wider alle Politick, daß unter solchen Um-standen Leo eine Bulle nach Deutschland sandte, wo-rinn er behauptete, daß er als Nachfolger des heil. Pe-trus, und als Statthalter Gottes befugt sey, Lebendi-gen und Todten Ablasse zu ertheilen, und daß diesesdie Lehre der römischen Kirche, als der Mutter undMeisterinn aller Christen sey. Denn von dieser Zeitfieng Luther an seine Hauptstreiche auf die Persondes Pabstes, den er bisher noch geschont hatte, zuführen. Er machte eine Appellation bekannt, wo erversicherte, daß er nickt gesinnet sey, sich dem Ansetzndes Pabstes in dem Falle zu widersetzen. wenn er dieWahrheit lehre; daß derselbe aber um nichts untrüg-licher und eben so sündhaft, als jeder andere Menschsey; daß es dem Pabste, welcher so viele Reichthümerund so viele Schmeichler zu seinem Gebote hatte, einleichtes sey, ohne Scheue jeden zu unterdrücken, dernicht seiner Meynung anhange; und daß einem solchenUebelstande nicht anders als durch ein Konzilium,dessen Aussprüche in allen Rücksichten dem Ansehnder Pabste vorgezogen werden müßten, abgeholfen wer-den könnte.

Luther verbreitete diese Appellazion durch ganzDeutschland. Alle besseren Köpfe dachten, wie er;und aufgemuntert durch ihren Beyfall sowohl , alsdurch ähnliche Unternehmungen des Ulrich Zvoingli,welcher zu Zürich aus gleichen Veranlassungen erst denAblaßunfug und dann die päbstiiche Macht bestritt,wagte er sich immer weiter Er unterwarf auch andereLehren, die sich in die christliche Dogmatik eingeschlichenhatten, seiner Untersuchung; verwarf i» Ansehung derBeicht und des Abendmahls die Cckulmeynung derrömischen Kirche; behauptete, daß die Hauptfach' der

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