Band 
Erster Band.
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r84 Einleitung.

fen. Am wenigsten schienen sich die bisherigen Erklä-rungen der Abendmahlslehre vereinigen zu lassen. Mehrleidenschaftlich als philosophisch wurde der hierüber er-regte Streit geführt. Luther griff alles mit einemUngestümm > und mit einem Trotze an, der selbst seinenAnhängern unerträg ich war. Erst fehdete er mit itarl-ftadr und dann mit Ulrich ZrrinFii. Letzterer, derüberhaupt mit nicht wenigerm Enrhusiasm als Luther,aber mit mehrerm Glücke und mit nachdrücklichermSchutze von Seite seiner Obrigkeit die Kirche refor-mierte, erklärte die Lehre von der Gegenwart Christiim Abendmahle weit faßlicher und weit richtiger, alsLueher. Allein dieser eigensinnige Mann, dem jederWiderspruch gerade schon darum unerträglich war,weil er sich selbst mit unaufhörlichem Widersprechendurchschlagen mußte, verwarf, was Zrvingli mit weitmehr Verstand und Wahrheit lehrte, und ärgerte nichtnur mit seinem Widerspruchsgeiste: alle vernünftigenMänner, sondern veranlaßte auch selbst unter denHäuptern der Reformazion eine Trennung, die bisauf diesen Augenblick noch nicht gehoben werdenkonnte. . ...

Doch bey aller Ungleichheit in den Vorstellungen,bey allen Privatzänkereien, und bey aller Verschieden-heit der Neigungen für oder wider die Reformazion,gierigen gleichwohl in Lehre, Gottesdienst und Kirchen-verfassung auffallende Veränderungen vor. Es kostetewenig Mühe, das Ansehn der Kirche und der Tradi-tion zu verwerfen, nachdem man einmal darin» über-eingekommen war, daß alle Religionsvorstellungen ein-zig nur nach dem buchstäblichen Ginne der Bibel ge-prüft und geläutert werden sollten. Da endlich auchalle übrigen Dogmen von der Natur des Mensche»,vom Glauben, von guten Werken, von der Rechtferti-gung , von den Sakramenten, von Kirche und kirchli-cher Gewalt, nach den nämlichen Grundsätzen unter-