Band 
Erster Band.
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Viertes Buch.

so könnte dieses demselben zum Verwände dienen, auchder Regierung Gesetze vorzuschreiben; und es würde,wenn es sich einmal angemaaßt hätte, die geistlicheGewalt zu untersuchen, sich auch an der weltlichenvergreifen; es sey weit leichter, den Pöbel bey seinenersten aufbrausenden Foderungen in Schranken zu hal-ten, als nachdem man einmal schon nachgiebig ge-nug gewesen ist, demselben in irgend einem StückeRecht zu geben. Was die Grossen des Reichs betref-fe, so soll er nur glauben, daß sie nicht aus Fröm-migkeit, sondern einzig in der Absicht handelten, umsich der geistlichen Güter zu bemächtigen, und vonder kaiserlichen Macht gänzlich unabhängig zu machen;er für sich würde, wenn Deutschland von der römi-schen Kirche getrennt werden sollte, allerdings, dochaber bey weitem so viel nicht verlieren, als der Kai-ser und das österreichische Haus. Einem solchen Ver-luste vorzubauen, sey nur ein einziges Mittel noch vor-handen , nämlich Gewalt und Ansetzn zu brauchen.Man müsse aber bey Zeiten, und ehe noch die Faktionder Ketzer die Vortheile gewahr würde, die aus ih-rem Ungehorsam für sie erwachsen könnten, durch ei-nen Machtstreich ins Mittel treten Und in einem sol-chen Falle wäre es höchst nachtheilig, die Sache aufdie Entscheidung eines Konziliums zu verschieben. Wennauch je alle Partheyen mit der Zusammenberufung einessolchen Konziliums zufrieden wären, so würden dochJahre vorübergehen, ehe dasselbe zu Stande kommen,und alle Gegenstände ins Reine gebracht werden könn-ten. Er wisse zwar wohl, daß man vorzugeben sichbemühe, als wären Kirchenversammlungen eine Sache,an welcher Päbste aus Furcht, daß etwa ihre Machtvermindert werden möchte, keinen Wohlgefallen hät-ten. Allein er sey für sich weit von einer solchenFurcht entfernt, und überzeugt, daß Christus, vonwelchem er unmittelbar seine Macht habe, ver-