2oo Einleitung.
sprechen , seine Kirche, gegen welchen die Porten derHölle nichts vermögen, in Schutz zu nehmen. Erwisse aber auch aus der Geschichte verflossener Jahr-hunderte, daß die Macht der Pabste am allerwenigstendurch Konzilien eingeschränkt, und diese Macht ebenvon ihnen, wie es auch nicht anders als billig ist,in ihrer absoluten Unbeschränktheit anerkannt wurde.Es liege aber ausserdem selbst den Königen und an-dern Souverainen, welche ihren Vortheil beherzigenwollen, unendlich viel daran, die päbstliche Macht zubegünstigen, indem sie eben darinn ein Mittel fanden,ihre Landesbischöfe, falls diese ihre Gewalt zu weitausdehnen wollten, in Schranken zu halten. Er seyüberzeugt, daß ein Konzilium Deutschland noch weitmehr verwirren würde, indem diejenigen, welche dassel-be verlangen, einen Vorwand hatten, in ihren Irr-thümern so lange zu beharren , bis es znsammenberu-fen würde, und dann, wenn sie, was unvermeidlichgeschehen mußte, verdammt würden, gleichwohl nocheinen andern Vorwand fanden, in ihrer Halsstarrigkeitzu beharren. Dadurch müßte das kaiserliche Ansehn inDeutschland so wohl, als anderwerts, geschwächt wer-den. Der Kaiser soll ihm hierin» um so mehr Glau-ben beymessen, da er kein anderes Interesse habe, alsder Kirche die Ruhe, und dem Kaiser Gehorsam zuverschaffen. Beydes würde aber nicht eher geschehen,als bis er nach Deutschland gehe, und sein ganzesAnsehn dahin verwende, ohne Verzug das Edict vonllVorms vollziehen zu lassen; den Protestanten, wassie auch immer zu ihrer Entschuldigung anführen möch-ten , durchaus kein Gehör zu geben, und bey der er-sten Gehorsamsverweigerung Gewalt zugcbrauchen.
Solche Vorstellungen hätten allerdings auf das Ge-müth eines Monarchen, der nach unbeschränkter Herr-schaft über Deutschland strebte, tiefe Eindrücke ma-chen sollen. Mein Barl war ein viel geübterer Polst