Viertes Buch.
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tiker, als Riemens, und sah vielleicht eben darin»,was der Pabst ihm angerathen hatte, unübersteiglicheHindernisse, seine Absichten zu erreichen. Denn eskonnte ihm nicht so leicht die Bemerkung entgehen, daßdie Reformazion bereits schon allzuweit um sich gegrif-fen habe, um ohne Gefahr eines für ganz Deutsch-land verderblichen Krieges ihren Lauf durch gewaltsameUnterjochungsmittel hemmen zu können. Ausserdem warder Kaiser nichts weniger als gesinnet, die Macht desrömischen Hofes anwachsen zu lassen. Bloß für seineeigene Grösse besorgt, wäre ihm jede fremde Macht un-erträglich gewesen; und überhaupt hatte er es schonmehr als einmal bewiesen, daß er in Sachen der Reli-gion so gewissenhaft nicht sey, und jede sich dahin be-ziehende Streitigkeit nur ganz allein nach politischerKonvenienz zu entscheiden pflege.
Aber eben diese Politik schien den Protestanten ammeisten gefährlich. Sie zitterten vor der nahen An-kunft des Kaisers, welcher nach Augsburg i. 1 .1550.einen Reichstag ausgeschrieben hatte. Zwar wurde indem Ausschreiben versprochen, dre Religionsirrungen inGüte beyzulegen. Allein man war schon allzu miß-trauisch geworden. Man fürchtete die Schmeicheleiendes Kaisers, so wie seine Drohungen. Der Erfolgrechtfertigte denn auch alle Besorgnisse der Protestan-ten. Sie hatten auf die Aeusserung des Kaisers hin,eines jeden Gutdünken und Meynung in Liebe und Gü-te anhören zu wollen, durch Mclanchton eine Kon-fession verfertigen lassen , welche ausser dem Glaubens-bekenntnisse zugleich eine Schutzschrift der Reformazionenthalten sollte. Diese Konfession wurde von allen evan-gelischen Ständen unterschrieben, und in der öffentli-chen Reichsversammlung abgelesen. Allein schon jetztzeigte es sich, wie wenig die Protestanten zu hoffenhatten. Eine von dem Dominikaner Fader ausgear-beitete Widerlegung wurde vom Kaiser als befried?-