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Viertes Buch.
keineswegs die Folgen, welche der Kaiser erwartete.Die vornehmsten und mächtigsten Stande der prote-stantischen Parthey schloffen zu Schmalkadcn ein Ver-theidigungsbündniß, das an sich selbst schon dem Kai-ser hätte fürchterlich werden können, wenn er auch nichtdurch die erzwungene Wahl seines Bruders zum rö-mischen Könige die deutsche Konstituzion auf eine Artverletzt hatte, daß selbst katholische Reichsstande ihneiner unmäsilgen Begierde, Deutschland seinem Han-se unterwürfig zu machen, beargwohnen mußten. Die-se häusliche Angelegenheit so wohl als der siegreicheEinbruch der Türken in Oestreich bewogen Bärin,gegen die Protestanten, deren Hülfe er nöthig hatte,geschmeidiger zu werden. Daher bot er ihnen gleich-sam von sich selbst die Hand, und gab ihnen für solange, bis ein Konzilium oder eine besondere Reichs-Versammlung etwas anderes verfügen würde, auf einerZusammenkunft zu tstkrnbcrg völligeGewiffensfrcyheit.
Wahrend dieses Jnterimfriedcns verstärkte sich derSchniaikadisthc Bund durch den Beytritt mächtigerRcichsflande. Die Reformazion wärkte weit um sich,und es war immer weniger zu hoffen, daß sich dieprotestantische Parthey zu einiger Nachgiebigkeit beque-men würde. Schon setzt zeigte es sich, daß auch einKonzilium, zu welchem der Pabst ungerne Anstaltentraf, die Irrungen nicht heben würde- Beyde Par-theyen äusserten zu offenbar, daß keine sich zu Auf-opferungen verstehen würde. Der Pabst versuchte eszwar, durch geschickte Unterhändler die Häupter derReformazion zum Schweigen zu bringen. Allein Lu-ther hatte sogar den Muth, dem päbstlichen Legatenverger ins Gesicht zu sagen, daß es ihm gleich vielsey , ob der römische Hof ihn hasse oder schätze, unddaß er nicht begreife, wie sich der Dienst Gottes mitdem Dienste des Pabstcs vertrage, es müßte denn aufgleiche Art geschehen, wie Licht und Finsterniß mit