Band 
Erster Band.
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Viertes Buch. 207

und die Geschichte der ersten Kirche getroffen würden,es um seine politische Macht gänzlich geschehen seynmüßte. Von der einen Seite konnte er nicht anders,als mit ängstlicher Furcht die allmählige Ausklärungunter dem Volke, und von der andern nur mit tie-fem Kummer das Bestreben wahrnehmen, mit wel-chem weltliche Fürsten jene anwachsende Macht zuschwachen bemühet waren. Ungewiß war es dabeynoch stets, ob er am Ende nicht selbst von einem Theileder Geistlichkeit verlassen würde, welche mittels deswohlthätigen Einflusses, den die thätigere Betreibungder Wissenschaften auf ihre Denkungsart nothwendighaben mußte, stets aufgeklärter wurde.

Wäre unter solchen umstanden und zu rechter Zeitein allgemeines, freyes Konzilium zusammenberufenworden, so hätte allem Ansetzn nach der römische Hofunterliegen, und die Kirche eine Verbesserung erhal-ten müssen, die auch bey einem viel geringern Auf-wand von Mcnschenblut weit allgemeiner gewordenwäre, als die protestantische Religion. Die Päbste,oder ihre geheimste» Räthe, waren so verblendet nicht,um nicht einzusehn , wohin unvermeidlich Aufklärungund Bedürfniß die christliche Welt führen würden.^ Und eben aus dieser Ursache gierig ihr Bestreben un-verwandt dahin, es entweder gar nicht, oder, wennes ja doch geschehen müßte, in einer Zeit und unter' Umständen, die ihnen günstig seyn könnten, zu einerKirchenverlammlung kommen zu lassen. Riemens VII.sträubte sich zehn Jahre, mit einer List, deren die geüb-testen Politiker nicht leicht fähig sind, gegen die Fo-derungen des Kaisers, der Kirche den Frieden durchein Konzilium zu geben. Sein Nachfolger Paul III.ließ ebenfalls zehn Jahre unter täuschenden Znrüstun-gen Vorbeygehen, und schrieb endlich, nachdem esgewiß war, daß die Protestanten nicht erscheinen, under am wenigsten zu verlieren haben würde, eine Ey-