22 §
Einleitung.
ter., Um zu beweisen, daß er auch den letzten Schatsten von Fecyheit zu verscheuhen gesinnct sey, ließ erauf einem neuen Reichstage zu Augsburg (1550.) dieVersammlung mit bcwafnetem Kriegsvolk umringen,und versuchte unter einer so fürchterlichen Rüstung,die deutsche Krone für sein Haus erblich zu machen.In dieser allgemeinen Gefahr, mit welcher die Reichs«Verfassung von Deutschland bedroht wurde, schloßMoritz von Sachsen in aller Stille ein Bündniß mitFrankreich, und überfiel den allzusichern Kaiser sounvorbereitet, daß dieser genökhiget wurde, i. I. r;;?.zn Pasta», und drey Jahre später zu Augsburg, ei-nen Frieden zu schließen, welcher den Protestanten ei-ne gänzliche Religionsfrcyheit verschafte.
Viertes Kapitel.
Rirchenvcrsämmlung zu Tridenr. Jesuitenorden.
Unstreitig befand sich vom Anfange der Reformazionbis auf den Augsburgcr-Religionsfrieden der römischeHof in der gefährlichsten Lage. Allzusichtbar war sei-ne Parthey die schwächste, und sie würde , wenn Lu-ther durch aufbrausende Hitze die Sache nicht ver-dorben hätte, noch ungleich mehr verloren haben. Durchseine allzuübercilte Trennung von der alten Kirche be-föderte er eben das, was durch die Reformazion eigent-lich hatte vermieden werden sollen , das noch grössereVerderben dieser Kirche und des römischen Hofes;und unläugbar ist der erbärmliche Zustand des Katho-lizismus vom siebzehnten bis auf unser Jahrhundertwenigstens mittelbar die Folge jener gewaltsamen Tren-nung geworden.
Selbst der Politick des römischen Hofes konnte esnicht unbemerkt entgehen, daß, so ferne alle Rcforma-jionsanstalten in unverwandter Rüksicht auf den Geist