228 Einleitung.
römischen Stuhles frey machte, Dragoner in die Pro-vinzen senden können, um die Hugenoten mit Bajo-neten in die Messe treiben zu lassen?
Aber so wie alles, was zu der Zeit geschah, einefortdauernde Caballe des Jesuitenordens war, so konn-te es nie zum Frieden kommen. Auch die geringsteBeleidigung eines Hofjesuiten, oder die entdekte Bläs-se irgend eines Mannes, dem der Orden mißgünstigwar, reichte hin, seine ganze Macht zum Verderbeneines solchen Menschen in Bewegung zu setzen.
pafthasius Emcsnel kommentierte über das neueTestament mit so vielem Glücke, daß sein Kommentarnicht nur allgemein gelesen, sondern auch von den mei-sten französischen Bischöfen, ja so gar von dem Pabsste selbst, als e>n brauchbares Buch den katholischenChristen empfohlen wurde. Schon der Ruhm diesesgelehrten Presbyters der Schule der Oratoriumsbrü-che mußte eine Gesellschaft beleidigen, die allein be-rühmt seyn wollte. Aber sie hatte ausserdem fürsich noch einen zweyten Beweggrund, nicht zu erlau-ben, daß Gmesncls Ruhm unbefleckt bleibe. Lud-wig Anron Noailles hatte es gegen die damaligeEtikette versehen, welche jeden Kandidaten des Prittsterthums nöthigte, sich, wenn er anders nicht ganzin Dunkelheit leben wollte, vor den stolzen Jesuitenin den Staub hinzuwerfen, und in einer solchen Stel-lung zitternd seine Erhebung zu irgend einer fettenPfründe zu erwarten. Aoailles wurde Erzbischof vons)aris, und bald darauf Cardinal, ohne die eine undandere Würde den Jesuiten verdanken zu müssen , wel-che diesesmal von Ludwics XIV. gar nicht einmalzu Nahte gezogen wurden. Wie krankend für sie,die bisher alle Krrchenamter vom Küster bis zumErzbischofe besetzten! Und wie erlaubt mußte ihnenjedes Mittel scheinen, ihren gekränkten Stolz befrie-digen zu können! Freylich war wenig Wahrscheinlich-