Band 
Erster Band.
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L6o Gesch. d. römischkath. Kirche.

Nicht, und Petrus, welcher, was aber so ganz anstgemacht noch nicht ist, die erste Kirche in Rom gestif-tet haben soll, empsieng von Christus keinen beson-dern Befehl, gerade nach Rom und nicht anders wo-hin den Haupcsitz der Kirche zu verlegen. Da fernersein Regent der Kirche nicht zugleich auch Regent ei-nes weltlichen Staates seyn sollte, so ist nicht nöthig,daß ein Pabst vom Kirchenstaate Besitz nehme, undStädte, Festungen und Soldaten in seiner Gewalthabe. Mußte ja auch vermöge eines veralteten Besitz-rechtes der m 2 allen liegende Kirchenstaate Eigenthumdes Pabstes bleiben,, so könnte allenfalls die Regie-rung desselben einem weltlichen Gouverneur überlassenwerden, welcher die Einkünfte zum Nutzen der Kirchezu verrechnen hatte. Keinem Klericker, von welchemRange er seyn mag, stehet es zu, in der einen Handden Hirtenstab, und in der andern Hand das Schwerdtder weltlichen Iustitz zu tragen- Selbst der Augen-schein beweiset es, daß eine geistlich-weltliche Regierungnichts tauge. Die Kirchenstaate sind das unglück-lichste, das elendeste Volk auf den» Erdboden- Esscheint aufprallen, diesem einst so blühenden Reiche,der Fluch zu haften, und selbst die Rache der Elemen-te vollends zu zerstören, was die so unnatürlicheRegierung der Pabste noch nicht verderben konnte.Wenn man jedes neu erwählte Kirchenhaupt vor derKrönung, oder, eigentlicher zu rede», vor der Salbung(denn eine Krone, zumal eine dreyfache, schickt sich aufdas Haupt desjenigen nicht, welcher den sichtbarenStaatthalter Gottes vorstellen will, der in seinemErdeleben in Armuth lebte, und in seinem Leiden ei-ne Krone von spitzigen Dornen trug) eine Art von Ka-pitulazion beschwören ließ, so würde dieses zwar sei-ner Souveränität, aber keineswegs der christlichenFreyheit nachtheilig seyn. Das wichtigste aber, wasguf solchen Wahlversammlungen geschehen könnte, wä-