Band 
Erster Band.
Seite
262
JPEG-Download
 

262 Gesch. d-römischkath. Kirche.

liche allen grossem Diözesen gemeinschaftliche Abthek.lung geschah auch in Rom, und, wie Baroniussagt , schon unter Pabst Rleeuo zu Ende des er-sten Jahrhunderts, welcher die ganze Stadt in fünfund zwanzig Parrochien eintheilte, und über jede der-selben einen Priester setzte, dem die Seelsorge oblag.Einige dieser Parrochien wurden in der Folge demAndenken der Glaubcnsmartyrer geweiht, und Haupt,kirchcn genannt. Von diesen Kirchen haben auch dieKardinäle ihren Namen, die anfangs weiter nichts an-ders, als erste oder Hauptpfarrer waren. Leicht be-greiflich ist es, wenn in der Folge, nachdem die Kir-chen reich wurden, ansehnliche Familien sich um sol-che Pfarrdienste bewarben, und eben so leicht laßt essich begreifen, wenn diese Hauptpfarrer nach und nachsich ausschließlich das Recht zueigneten, die römischenBischöfe zu erwählen. So wie ihr Anschn dadurchstieg, so geitzten sie auch nach Rangvorzügen, undschlaue Pabste wußten sich bald mittels dieser Eitelkeiteine Menge Kreaturen zu verschaffen , die ihnen erge-ben waren. Daher ernannten sie weit mehr Kardinä-le, als Pfarreyen in Rom sich befanden, und erhubenbald ihre Verwandten nud bald ihre Günstlinge zusolchen Wurden. Weltlichen Monarchen schmeicheltensie, wenn sie dort oder hier einen ihrer Minister zumKardinal machten. Oft ereignete stch's, daß die in-famsten Menschen den rothen Hut erhielten. Düboisist nicht das einzige Beyspiel, daß Auswürfe des Men-schengeschlechts m das Kardinalkollegium aufgenom-men wurden. Der Bastarde ssoftia, ein Sohn desMönchs Dannillo von Monrefusculi, hatte seine Er-hebung zur Kardinalswurdc einem Dienste zu verdan-ken , den er dem Kardinal Grsini erwies, und den nichtleicht ein schaamhafter und reinlicher Mensch einem an-

s-) Lrm»Ies eccleiiskici ack »nimm 91.