Erstes Buch. 26s
eher die allgemeine Kirche zusammenberufen; aberes betrift gegenwärtig das Schicksal der Hierarchie,es betrift römische Mißbrauche, die man weit weni-ger, als die christliche Religion, abgethan wissen will;man empfindet es endlich selbst, daß man, um dieEhre Jesus zu retten, die Hoheit des Pabstes undseiner Kardinale aufopfern müßte; daß die Menschen,nach unvermeidlichen Gesetzen der Natur, und nachdem wahrscheinlichen Gange der heutigen Revoluzionenin der politischen Welt, entweder ganz verwildert, oderaber mittels einer religiösen Leitung, die ihren Be-dürfnissen angemessen wäre, ganz in den Zustand ei-ner aufgeklärten Religion zurückgeführt werden müß-ten. Diese Rücksichten sind es, die den römischenHof so äusserst betrüben, daß er die Gefahren, dieüber ihn schweben, mit einer gleichsam unbeweglichenStupidität anstaunt, und mit bangem Zittern eherdem letzten Streiche entgegen sehen, als auch nureinen einzigen Schritt zu seiner Rettung wagen will.
Ich habe geglaubt, mit diesen vorläufigen Betrach-tungen des gegenwärtigen Zustandes der römisthka-tholischen Kirche um so mehr anfangen zu dürfen,da die Weise, nach welcher noch heut zu Tage dasOberhaupt derselben gewählt wird, lange nicht demGeiste der Religion entspricht, zu welcher sich jeneKirche bekennt.
Zweytes Kapitel.
lVas nach dem Absterben Blcmens XlV. in Ronrvorgrcng. Lerchenbegangniß desselben. Anstal-ten zum Bonklave.
sobald Llenicns XIV. verschieden war, wurde derTodesfall dem Kardinalkämmerling, Rar! Rezzvni-ce>, angezeigt. Dieser eilte hierauf in dunkelviolet-