266 Gesch. d. römischkath. Kirche.
tem Loge, und im Gefolge der schwarzgekleidetenKammerklericker in den Pallast, um zu untersuchen,ob der Pabsi wirklich gestorben sey. Er rief dreymallaut: Loren; Ganganclli! und ließ dann, da derEntseelte keine Antwort gab, über die Wahrheit die-ses Todesfalls ein gerichtliches Zeugniß niederschreiben.Erst nachdem dieses geschehen, erhielt der Kardinal-vikar, Mark Anron Eolonna, Befehl, die große Glo-cke auf dem Kapitol anziehe«, und der ganzen Stadtdas Absterben des Pabstes verkündigen zu lassen. DerKardinalkammcrling bemächtigte sich inzwischen mit dendrey ersten Kardinalen Franz Albani , Malv?c;;i,und Alexander Albani gemeinschaftlich der weltlichenRegierung, und nahm die Cchweitzergarde in Eid,die ihn bis zum Eintritt in das Konklave allenthalben be-gleiten mußte, Zu der nämlichen Zeit wurde auch derErbmarschall des Konklave, Fürst Sigismund Ehi§iaus Floren; abberufen , um in Rom an seinen Po-sten zu gehen, wo indessen auch, zur öffentlichen Si-cherheit, alle Wachen verdoppelt werden mußten.
Rlemens hatte bekanntlich alle Rcgicrungsgcschafteäusserst geheim behandelt. Kein einziger Kardinal be-saß sein Zutrauen im ganzen Umfange. Nur der Mi-norit und Abt Buonrempi war ihm, was ein Freundin der vollen Bedeutung dieses Wortes seyn kann.Um so eher laßt sich also die Neugierde aller Kardinä-le erklären, welche gleich nach seinem Hinscheiden allegeheimen Schränke erbrachen, in der Hofnung, einenTheil seiner Korrespondenz mit auswärtigen Höfen zufinden. Allein sie suchten vergebens- Buonrempihatte alle wichtigen Papiere eine Nacht zuvor in denPallast des Ritters Monnino, damaligen spanischenGesandten in Rom, znr sichern Aufbewahrung hinter-legt. Riemens hatte in seinem Leben als Pabst vieleFeinde. Nach seinem Tode wollte man sich an seinenFreunden rächen. Buonrempi wäre aus der Welt