Band 
Erster Band.
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271
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Erstes Buch. 27t

So fürchterliche Eide die Kardinäle auch schwören,alle persönliche Leidenschaften bey Seite zu setzen , undihre Stimme nur den Würdigsten zu geben, so ist dochgleichwohl ein jedes Konklave der Schauplatz, aufwelchem Leidenschaften, Politik und Arglist die Haupt-rollen spielen. In den neuern Zeiten ist »och niemandohne Jntrike auf den römischen Stuhl erhoben wor-den. Vermessen wäre es, zu behaupten, daß jedeWahl eines Pabsies das Werk eines göttlichen Gei-stes sey. Die Versammlung, welche mir so gotteslä-sterndem Stolze sich das heilige Kollegium der Apo-stel nennt, ist weiter nichts, als die Versammlung ehr-geiziger und intrikanter Menschen, von denen jederdie stolze Krone, entweder für sich selbst erhäschen,oder doch wenigstens einem seiner Gönner oder einemsolchen verschaffen möchte, der es nie vergessen wür-be , wem er seine Erhebung zu verdanken habe.

Ausser den gewöhnlichen Leidenschaften der Partheyen,die jedes vorhergehende Konklave beherrschten, hattenfür das gegenwärtige die bekannten Ereignisse unterden beyden vorhergehenden Päbsten, der Einfluß derJesuiten unter Riemens Xlll. und ihr Fall unterRiemens XIV. die auffallende Verschiedenheit derGrundsätze, nach welchen beide regierten, und das ent-gegengesetzte System, nach welchem der eine die welt-lichen Monarchen beleidigte und der andere sie schon-te, zwo mächtige Faktionen erwecket, die unter ab-wechselnden Schicksalen um den Sieg kämpften. Dieeine dieser Faktionen nannte sich RoyaWen, und dieandere Zelanren Erstere fochten für die Ehre unddas Interesse der weltlichen Monarchen, und letztemwar es um dasjenige zu thun, was sie unter demBegriffe von geistlicher Unabhängkeit verstanden wissenwollten. Jede dieser Partheyen hatte Häupter an derSpitze, welche in den Jntriken der Politik geübt wa-