Band 
Erster Band.
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-74 Gesch. d. römischkaty. Kirche.

strenge verbieten ließ, so wurden doch allenthalben be-sonders im Kirchenstaate mehrere Auflagen davon inkurzer Zeit vergriffen.

Aber nicht bloß mit Pasquillen suchten sich die Ge-purpurten einander lächerlich zu machen. Selbst imInnern des Konklave herrschten Tücke und Kaballe.Bald bediente man sich der Domesticken, welche ins-gemein Konklavkstcn heißen. um sich wechselseitig aus-zuspionieren. Diese Kreaturen sind gemeiniglich inRanken weit geübter, als ihre Patronen, und höchstverwegen , wenn es um die Ausführung irgend einesWagestücks zu thun ist. Bald aber scheueten sich selbstdie Eminenzen nicht, kleine Jntricken zu spielen, heim-liche Zusammenkünfte zu halten, sich gegenseitige Stim-men zu versprechen, und aus Mißgunst oder Racheeinander zu hintergehen. Alle solche Ränke sind zwarhöchst verächtlich, und einem Geschäfte, wie es dieWahl eines Haupts der Kirche seyn sollte, durchausunangemessen. Auch wird es von den Kardinälen beydem Eintritt ins Konklave feyerlichst beschworen, keinenandern Eingebungen, als denen eines göttlichen Geisteszu folgen. Allein solche Eide scheinen nur gleichsamzur Parade geleistet zu werden. Nicht ein einzigerKardinal handelt nach seinem Versprechen. Jederläßt sich von dem Geiste der Jntricke beherrschen,und jeder treibt sich, von Furcht und Hofnung gepei-nigt, umher, als wäre das Konklave ein Kampfplatz,auf welchem man Siege erfechten müßte.

Viertes Kapitel.

Ankunft der auswärtigen Kardinale. Personal-zustand der Faktionen. Grosse Bewegungenim Konklave.

Äbährend man durch unaufhörliche Ränke einanderbald zu vereinigen und bald wider zu trennen suchte.