Band 
Erster Band.
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Erstes Buch.

soll, widerspricht durchaus dem Geiste der Religion,deren Haupt er seyn will. Auffallend hat er seine Er-hebung den Ränken einer Faktion und der Verstellungseines eigenen Charackters zu verdanken. Doch ver-dient er anderseits auch wieder entschuldiget zu wer-den. Die ganze dermalige Wahlverfassung ist an sichschon so verdorben, daß es kein Wunder ist, wennunwürdige Subjeckte den Thron besteigen. Nicht leichtist eine Wahl möglich, die im ganzen Umfange kano-nisch gültig seyn könnte. Es verdient der Pabst, wel-chen die Hofe ernennen, eben so wenig ein kanonischgültiger Pabst, als jener genannt zu werden, den dieZclanren wählen. Beyde Faktionen haben ihre be-sondern Absichten, und beyde werden von Leidenschaf-ten und Jntricken geleitet. Einem solchen verderbli-chen Uebclstande kann aber nur allein dadurch abge-holfen werden, wenn die christliche Religion wiederdas wird, was sie ihrer Natur nach seyn sollte;wenn man sich Mühe giebt, mittels einer heilsamenReformazion dahin zu gelangen, wohin die wahreAufklärung und die Bedürfnisse unsers Zeitalters füh-ren : Dahin nämlich, daß von der Religion, welchein allen Hinsichten weiter nichts, als die Lehre unsersHeils und die Beförderinn unsrer Seelenruhe ist,alles entfernt werde, was sie seit so vielen Jahrhun-derten zur Störrerinn des politischen und moralischenWohlstandes der Völker, und zum Gegenstände derLeidenschaften, der Herrschsucht und der Unterdrückunggemacht hat. Db es je möglich seyn könne, mit derReformazion so weit zu kommen, ist eine Frage, derenAuflösung von Ereignissen abhängt, die nicht voraus-gesehen werden können. Der aufmerksame Beobachtersieht und empfindet nur so viel, daß die glücklich-sten Völker, d. h. solche, welche die vollkommensteStaatsverfassung gemessen, die beßte, und die un-glücklichsten Nazionen, welche unter dem Joche des