ZOO Gesch. d. römischkath. Kirche.
RezzonichL abhieng, erschwingen zu können. Alleindas Glück riß ihn, so zu sagen, von einer Stuffe zurandern. Er wußte sich die Gunst des Kardinalkäm-merlings zu verschaffen, welcher ihn im Jahr 1759-zu seinen Auditor machte. Freylich ist dieses nicht sehreinträgliche Amt eines der geringsten in Rom. Abereben dieser Umstand war Ursache, daß er weniger be-obachtet und weniger beneidet wurde. Er konnte ineiner so glücklichen Mittelmäffigkeit desto ungesehenerund mit so viel minderm Geräusche die Gemüthsneigun-gen seines Gönners belauschen, und jede vortheilhafteStimmung derselben zu rechter Zeit benutzen.
Die Nepoten regierender Päbste haben zu allen Zeitendarauf zu sehen, sich mittels ihres Einflusses Kreatu-ren zu machen. So wie ihre Gewalt mit dem Abster-ben ihrer verwandten Souvraine gemeiniglich zu sinkenpflegt, so müssen sie während der Regierung jenerVerwandten vornehmlich auf solche Menschen ihre Gunstwerfen , welche weit eher, als andere, geeigenschaf-tet sind, in der Folge grosse Rollen zu spielen. Sol-chergestalt befindet sich die Regierung des römischenKirchenstaats in den Händen derjenigen, die sich ge-genseitig zu Kreaturen machten. Diese Verbindung,die allcrschandlichste von allen, erstreckt sich vom Pab-ste bis auf den unbedeutendsten Chorsänger; und durchdieselbe ist die römische Regierung die elendeste , diedrückendste und die schlimmste aller Regierungen ge-worden.
Der Kardinalkamme! ling Rarl Rezzonicco hatte die-se Politik vor Augen, als er im Jahr 1766. seinen Au-ditor Braschi dem Pabste Riemens XHI. zum Gene-ralschatzmeister empfahl, nachdem man den Eanale,welcher bisher dieses wichtige Amt bekleidete, um vomVolke, das er in einer Hungersnoth beynahe ausge-faugt hatte, nicht aufgehängt zu werden, zum Kardi-nal der römischen Kirche befördern mußte. Unter den
Um-