Zi2 Gesch. d. römischkath. Kirche.
» geladen worden, Ihre Thränen mit den unsrigen,2 vereinigen. Empfehlen Sie uns Gott, damit er»uns in Erfüllung unserer Amtspflichten den nöthi-»gen Beystand leiste.
»In Ansehung dessen, wie Sie sich in gegenwärti-ger Konjunktur zu verhalten haben, sollen Sie durch-»aus dasjenige beobachten, was wir unsrer Schwe»»ster, der Gräfinn Oncsii, vorgeschrieben haben. Um» die nämliche Sache nicht wiederholen zu dürfen, lan-gen Sie sich von unserer Schwester jene Vorschrift»mittheilen lassen. Wir geben Ihnen inzwischen den»väterlichen apostolischen Segen. Geschrieben bey»Sr. pcrer den 15. Hornung, im ersten Jahre un-» fers Pontifikats, und im Jahre des Heils 1775.»
Es scheint zwar dem menschlichen Herzen sehr natür-lich zu seyn, wenn jemand, der sich plötzlich auf demhöchsten Gipfel des Glücks erhoben sieht, seine erstenGedanken auf seine Vaterstadt und auf seine nächstenVerwandten richtet. Oft pflegt dieses freylich mehraus Stolz, als aus dankbarer Freude zu geschehen.Es kitzelt die Eigenliebe unendlich, seinen Mitbürgern,und sollten es auch nur Dorfbewohner seyn, sich alsOberherrn der Welt ankündigen zu können. Sichtbarhatte plus, als er die eben gelesenen drey Priese nachEcjcna schrieb, keine reinere Absichten. Unverkennbarliegt unter der Hülle der Demuth , in die er sich ver-fielt, ein auffallender Stolz verborgen. Das jämmer-liche Gewinscl über die allzu grosse Last der pabstlichenBürde, die sich, wie es nicht nur in Italien, son-dern in der ganzen Welt bekannt genug ist, so gernejeder Kardinal aufladen läßt , und nach welcher fastalle Emminenzen streben hätte man am allerwenigstenaus dem Munde eines Mannes hören sollen, der einso unmäßiges Verlangen bezeugt hatte, Pabst zu wer-den. Auch der befehlende Ton, dessen er sich gleichin dem ersten Augenblick seiner Regierung gegen die