Band 
Erster Band.
Seite
313
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Zweytes Buch.

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Obrigkeit seines Geburtsstädtchens und gegen seinenächste Verwandte bedient, läßt offenbar vermuthen,daß sein Herz, als er jene Briefe niederschrieb, vollerVerstellung war, und daher Gesinnungen äusserte,die durchaus der menschlichen Natur nicht angemessensind. Endlich aber sind diese Briefe Beweise eineskleinen, eingeschränkten Geistes, indem ein verständi-ger Mann nicht leicht in den Fehler hätte fallen kön-nen , mit so kleinlichten und so abgeschmackt detailliertenAnordnungen seine Regierung zu beginnen. Billigmußte es die ganze Welt befremden, daß Pins seineerste Regentensorge dahin richtete, etliche arme Mäd-chen Rosenkränze beten zu lassen, und Schmausereienfür Bettelmönche anzuordnen.

Der Pabst hatte durch die Ausfertigung dieser Briefenicht nur einen höchst schwachen Kopf, sondern aucheinen auffallenden Mangel an Klugheit und Politik be-wiesen. Jeder Römer konnte es wissen, daß ein Pabstam Tage seiner Erwählung keine Zeit zum Briefschrei-bett übrig habe. Der ganze Morgen reicht kaum zuden gewöhnlichen Ritualverrichtungen hin, und derübrige Tag wird samt einem beträchtlichen Theile derNacht mit Annahme der Staaksvistten ausgefüllt, wel-che theils die anwesenden Kardinäle und auswärtigenMinister, und theils der Adel und der Magistrat vonRom an diesem Tage zu machen pflegen. Sollte einneu erwählter Pabst auch wirklich in den ersten Au-genblicken noch einige Zeit erübrigen können, so wür-den diese höchstens hinreichen, ein paar Billette, aberkeineswegs eine so detaillierte Verordnung zu schrei-ben , als das oben erwähnte Reglement ist. Man siehtes demselben sogleich bey dem ersten Ucberblicke an,daß der Plan davon schon länger entworfen, und wahr-scheinlich im Konklave noch vor der geschehenen Wahlniedergeschrieben worden sey. In diesem mehr als nurwahrscheinlichen Falle ist aber das Gewinsel wegen