Band 
Erster Band.
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Zweytes Buch. zzs

brodlos, welche bisher bey der Datarie einträglicheStellen hatten , die sie nun verloren. Viele Beysitzerdieses Tribunals gericthen in so tiefe Armuth, daß siegenöthiget wurde», Rom zu verlassen, und sich imKirchenstaat zu zerstreuen. Diese Umstände bewogenden Pabst vornamlich, neue Quellen von Reichthü-mern in der Belebung des Handlungsgeistes zu suchen.Er glaubte, sich um so weniger zu tauschen, da dieMark Ankona von den Venezianern sehr stark be-sucht , und die Produckte des Kirchenstaats in einemhohen Preise von denselben aufgekauft wurden. Die-Absichten Sr. Päbstlichen Heiligkeit waren sehr edel,und hätten weit eher, als jene niedrigen Finanzkünste,mit welchen bisher der Aberglaube der Völker benutztwurde, Unterstützung verdient. Allein Pins erreichte,wie wir im Verfolge sehen werden, diese edlen Absich-ten nicht. Er versteckte sich durch zu grossen Aufwandin eine Schuldenlast, die ihn nöthigte, seine grossenEntwürfe unvollendet zu lassen.

Hätten indessen die Finanzoperazioncn des PabstesNoch so offenbar den Wohlstand seiner Unterthanenbezwecket; so würden dieselben doch nie nach dem Ge-schmacke des Römer- Pöbels gewesen seyn, der, sowiealler Pöbel auf der Welt, ganz unfähig ist, irgend einpolitisches Unternehmen in seinem wahren Gesichts-punkte anzusehn. Man hatte ganz andere Dinge vonplus erwartet, und geglaubt, daß er vor allem auszuerst darauf denken würde, die neunzehn erledigtenKardinalhüte zu vertheilen. Viele alte Freunde des'Pabstes Höften, durch die Veränderungen, welche ge-meiniglich jede Kardinalbeförderung in der römischenPralatur nach sich zu ziehen pflegt, auch ihrerseits be-fördert zu werden, und ihre Glücksumstande zu ver-bessern. Viele siuhnden in dem Wahne, daß die Er-nennung neuer Kardinäle für die Hauptstadt eine Quel-le von Reichthümern würde, indem die neuerwähltcn