Band 
Erster Band.
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3Z6 Gesch. d. römifchkath. Kirche.

Kardinäle gewöhnlich ihre Familie nach Rom zögen,und durch einen grossen Aufwand viel Geld in Umlaufbrachten. Allein man schien nicht zu bedenken, daß die-se Reichthümer nur einigen wenigen Individuen zuTheil wurden, und daß selbst die zahlreichste Kardi-nal»)! omozion weiter zu nichts diene, als einer beträcht-lichen Menge Faulenzer und Vagabunden Gelegenheitzu verschaffen , als Lackmen und Bediente solcher Em-minenzen in einem schändlichen und knechtischen Müs-siggange leben zu können *).

Der römische Pöbel ist der bettclhaftcste und muf-figste , aber darum auch der gröbste unter allem Pöbeleuropaiicher Staaten. Seine Herren müssen stetsworihm zittern, und jenen fallt es nie bey den Grunddieser Insolenz in der fehlerhaften Staatsvcrfassungzu suchen **). Auch sstus wurde nicht geschont. Manfieng laut darüber zu murren an, daß er noch keineneuen Kardinale gemacht hatte. Um einen Aufruhrzu vermeiden, entschloß er sich am 24 April 1775.sein zweytes geheimes Konsistorium zu halten, unddarum eine neue Kardinalpronwzion vorzunehmen.

*) Xon mvvinano, clls ims vromorinne koimüs piena e nume-rolit all altr» non giova, oke a llnre un limitarn gnallagnns poclli artekci, mainencre e komoutaro lopra tntto l' iner-ria lli liittitiKimi per io piü i>itingarlli, ke sann uarionall,0 vagnkonlll p proicritti, iö lono üraniori , guali altro meliie-rs i>»n .VOZIiono okercitsre, eüe guellc llclla iervitü e lli unvilc rip.Iso- öll t p r.

*') Die Freunde der Despoten, welche, durch alle erdenklicheSophismen, die Sache der Nmklarung verhaßt zu machen,sich Mühe geb », hüten sich «»..einem, auf dergleichen ge-schjchiliche Beweise iigend eine Rücksicht zu nehmen. Sievermeiden es sogar, die römische N «lernn, zum Mu-ster einer guvn Staatsverwaltung u nehmen. Lber glelch-wohi werden sie nicht mi de, eine stockblinde Unwlssenheil anzu-preisen , und allen Staaten deswegen, weil ldrc Religionnicht römisch ist, einen sichern Untergang zu weissagen.