ZZ 8 Gesch. d. römischkath. Kirche.
entdecken, daß die Klerisey durch ihren unsittlichen Le-benswandel die Achtung verloren habe, die sonst ihrerAmtswürde gebührt, und suchte diesem Aergernissedurch nachstehendes, unterm ry. May 1775. von demKardinalvikar Colorma ausgefertigtes Edickt abzu-helfen
«Es ist unläugbar, daß nichts den Dienst Gottesund die Frömmigkeit unter den Gläubige» mehr be-fördert, als ein erbaulicher Lebenswandel unter denGeistlichen. Da jedermann auf sie als auf einen Spie-gel schaut, so nimmt man auch von ihrer AufführungBeyspiele der Nachahmung, wie das heil. Konziliumvon Trient spricht *) **). Im Gegentheil pflegt ausgleichem Grunde der üble Wandel der Geistligkcit ge-meiniglich eine böse Quelle des Verderbens bey an-dern zu seyn, wodurch die Schönheit und der Schmuck,als die eigentliche Zierde der Kirche Jesu Christi, gros-sen Nachtheil leidet.»
» Da nun der jetzt glücklichst regierende Pabstpms VI insonderheit seine Heerde von Rom vor allemNachtheil, der ihr hiedurch zum Schaden an ihremewigen Heil zuwachsen könnte, verwahren, und zugleichverhüten will, daß die Ehre der Kirche durch die ta-delhafte Aufführung solcher Personen nicht geschändetwerde, welche khaft ihres Charakters die erste Figurin derselben vorstellen; so hat er die erste Sorge seinesapostolischen Eifers auf die Ausbesserung der weltlichenund Qrdcusgeistlichkeit gerichtet.»
»Er hak uns daher mündlich befohlen, durch ge-genwärtiges Edikt nicht nur das, was in den heil.Kirchengcsctzen in Bezug auf diese Materie verordnet.
*) Le Bret Magazin zum Gebrauche der Staaten - und Kirchenge-schlchte rc, Theil V. S. u. f.
*') In co8 tunyniini in Ixecnlum religui oculos conjiciunt, exii^gue lumunt, gnog imitentur. sr. (?»!>./. Ke/orsr,