Z84 Gösch-d. römischkath. Kirche.
Republick von einer Beschaffenheit, daß sie so leichtnicht hatten verziehen werden sollen. »Es ist,« sagensie*), »ein Artickel des göttlichen Glaubens, daß die»Diener der Kirche an den heiligen Opfern Theil»nehmen sollen, weiche von der Frömmigkeit und»Religion der Gläubigen zum Unterhalt der Priester«und zum göttlichen Dienste, das heißt, dem Heilig-»thum und Gott selbst bestimmt werden. Gort kann,» ohne seinem heiligen Tempel und seinen Start-»Haltern Gewalt anzuthun, nichts entwendetwer-«den. Folglich ist es auch ohne Raubbegierde und«Sünde nicht erlaubt, profane Tribunalien und Ge-»richte anzustellen, welche unter dem eitelen Vorwan-»de, die Ausgelassenheit der Klerisey und ihre unge-heuern Reichthümer zu reformieren, die Kirchengä-«ter rauben, säkularisiren und vcraussern.» Bekannt-lich haben sich die Aristokraten von Venedig dieserSünde schuldig gemacht. Aber sie liessen so wenigals überhaltpt irgend ein Mensch, der gesunde Be-griffe voll Religion, Gottesdienst und Kuchenrechthat, sich je als Glaubensartickel aufdringen, was wei-ter nichts als elendes Machwerk herrschgieriger Men-schen war, die in ihrem Uebermuthe alle Begriffe vonden Dingen veränderten, und sich dabey als Etellver-tretter Gottes, ja sogar auch als Vieegötter brüsteren.
So kränkend es inzwischen für Rom war- einen
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