392 Gesch d. römischkath. Kirche.
sten aus Marhaus 19. q. *) aus Genesis 2. 24. **)und aus den Briefen des Apostels an die Epheftr z.Zi ***) zu beweisen vermeynen ist von keinem Be-lange; und schon ein mittclmafligcr Exegete würdesich ein Bedenken machen, aus solchen Gchrifttextendie von Jesu Christo geschehene sakramentalische Ein-setzung des Ehestandes beweisen zu wollen.
Auf so schwachen Gründen auch immer die römisch-katholischen Hierarchen ihr Recht bauten, über Matri-monialsachen zu verfügen; so glaubten einige Zelan-Len an diesem Hofe daß es dessen vhngeachtet einschicklicher Augenblick wäre, es nun einmal auch römi-schcrscits zur Spräche mit der Regierung von Neapelkommen zu lassen. Denn ihnen schien der Gegen-stand, um welchen es zu thun war, so genau mitdem Dogma der Kirche verbunden, daß ihrem Ver-meynen nach nichts leichter seyn börste, als der Be-weis, daß Neapel im Begriffe stehe, sich von derkatholischen Kirchengemeinschaft durch ein dogmatischesVergehe» zu trennen. Aber Pins VI. fühlte auchhierinn seine Schwache zu lebhaft, um den Vorstellun-gen der Zelantcn durchaus Gehör geben zu wollen.Er that das Klügste, was er unter solchen Umstandenhatte thun können. Er schwieg, um durch das Spre-chen ex Larksclra nicht zu Erörterungen Anlaß zu ge-ben, die. was leicht vorauszusehen war, nie zu seinemVortheile hatten ausfallen können.
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