Band 
Erster Band.
Seite
396
JPEG-Download
 

§96 Gesch. d. röniischkath. Kirche.

scheinbare Weise befriediget würden. Dieses geschahdenn auch mit einer Politik, der es leicht abzusehen ist>daß die Jesuiten den größten und nächsten Antheilan der Ausführung dieser Chikane hatten, Pins be-günstigte sie Hiebey insgeheim auf jede schickliche Welsse; ließ die Prozeßakten, die in den Handen verschie-dener Kriminalräthe waren, dem einzigen Andrereseinliefern, zu gleicher Zeit über jenen Prozeß auf einescheinbar" strenge Art fortsnhren , und unter der Handalles versuchen, was zur Rettung des Ordens behülf-lich seyr» konnte. Erschienen die Minister der Bourbo-mschcnHöfe, die es ihrerseits an nichts weniger als anAufmerksamkeit auf jeden Schritt in dieser Anliegenheitermangeln liessen , mit Beschwerden im pabsilichen Pal-lasch ; so wußte man sie sehr geschickt durch das Vorge-ben zu beruhigen, daß der eingeleitete Prozeß in vollemBetriebe se». Bisweilen Wechselte man, um die soge-nannten Royalisten irre zu machen, mit den Maaßre-geln der Strenge und Müde. Bald schien plus einFeind, und bald ein Freund der Jesuiten zu seyn. Jenachdem ein Minister, vornehmlich der Spanische,Bewegungen machte, so suchte man einem solchen entge-gen zu kommen oder auszuweichen- Auch selbst jede Er»äugniß an den auswärtigen Höfen wurde von den Fak-tionen in Rom benutzt, ihre Absichten zu erreichen.Die Veränderung eines Beichtvaters, einer Maitresse,oder eines Günstlings an irgend einem Hofe, war fürjede Faktion von unendlicher Wichtigkeit. Jede hasch-te, aus gewohnter Politik, nach der Hofluft, und je-de stieg und stet, so oft nur die geringste Bewegung inder politischen Welt sich eräugnete.

Da die Zelanten alle diese veränderlichen Augenblickewahrgenommen hatten; so schien es ihnen am i6. Au-gust 177;. gerade am schicklichsten, einen Prozeß auchöffentlich zu schließen, dessen Ausgang sie bereits schonrm Konklave verabredet hakten. Pins ließ sich also an

dir-